1. Pfotenfit bei jedem Wetter – Sommerhitze, Winterkälte oder Regenwetter

Sommerhitze:

  • Lege die Spaziergänge in die kühleren Zeiten (früher Morgen/später Abend)
  • Asphalt-Test: Lege deinen Handrücken 5 Sekunden lang auf den Boden. Ist es zu heiß für deine Hand, ist es auch zu heiß für die Pfoten
  • Schatten und Wasserpausen alle 15-30 Minuten; trinkbares, nicht eiskaltes Wasser anbieten
  • Pfoten vorbeugend mit Pfotenbalsam pflegen; bei Bedarf leichte Hundeschuhe verwenden, z.B. bei heißen Wegen oder scharfkantigem Untergrund
  • WICHTIG: Lasst den Hund niemals im geparkten Auto, auch nicht bei nur 22-25 °C. Das kann für euren Hund lebensgefährlich werden und ist einfach nur Verantwortungslos. Leider sieht man das immer wieder in den Nachrichten, wie die Hunde im verschlossenen Auto im Sommer leiden müssen
  • Warnzeichen bei Überhitzung: starkes Hecheln, Glasigkeit der Augen, Taumeln, matte Schleimhäute, Erbrechen. Wenn euch diese Anzeichen auffallen sollten, nehmt den Hund sofort raus aus der Sonne und kühlt den Körper mit lauwarmem Wasser. Am besten kontaktiert ihr sofort einen Tierarzt!

Winter und Streusalz:

  • Vor dem Spaziergang Pfotenbalsam gegen die Nässe/Kälte einmassieren
  • Bei empfindlichen Pfoten lieber Hundeschuhe nutzen
  • Nach dem Spaziergang unbedingt die Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen, um Salz oder Splitt zu entfernen. Trocknet die Pfoten sorgfältig ab, auch zwischen den Zehen
  • Eisklumpen im Fell zwischen den Ballen vorsichtig lösen oder lieber die Pfotenhaare etwas kürzen

Regen & Matsch:

  • Nasses Fell zügig trocknen, um Hautreizungen vorzubeugen
  • Bei langem, nassem Gras häufiger die Zehenzwischenräume checken. Dort reizen Feuchtigkeit und Samen die Haut noch schneller.

Schaut hierzu auch gerne noch einmal in unsere Kategorie „Emma’s Pfotentipps“ – https://emmas-pfoten-abenteuer.de/category/emmas-pfotentipps/

2. Zecken und Parasiten unterwegs vermeiden

  • Euer Hund sollte eine Prophylaxe bekommen. Klärt am besten im Vorfeld mit euerem Tierarzt ab, was für euch in Frage kommt. Es gibt Spot-on zum auftragen, Halsbänder oder Tabletten. Natürliche Sprays oder Knoblauchtabletten ergänzen die Prophylaxe, bieten aber keinen alleinigen Schutz. Wir haben uns bei Emma für Spot-on entschieden und damit kommt sie super klar. Es muss zwar alle 4 Woche erneuert werden, aber das ist für uns kein Problem.
  • Routine-Check: Nach jedem Ausflug solltet ihr das Fell und die Haut gründlich absuchen, besonders den Kopf, die Ohren, den Hals, die Achseln/Leisten und zwischen den Zehen.
  • Zecken richtig entfernen: Zeckenzange möglichst hautnah ansetzen, langsam gerade herausziehen, die Stelle desinfizieren mit einem Wundspray und das Datum notieren. Wir nutzen mittlerweile lieber eine Zeckenkarte bei Emma, da man mit der Zeckenzange die Zecke auch schnell mal zerdrücken kann. Aber das ist wahrscheinlich auch eher eine Gewohnheitssache und ihr solltet die für euch beste Methode wählen.
  • Risiken kennen: In Deutschland übertragen Zecken u.a. Borreliose/Anaplasmose. Geht daher bei Apathie, Fieber und Lahmheit eures Hundes lieber zeitnah zum Tierarzt. Es gibt auch eine Impfung für Hunde gegen Borreliose. Die Infos erhaltet ihr über eurem Tierarzt
  • Wählt die Gassi-Umgebung sinnvoll und meidet hohes Gras oder dichtes Unterholz. Bleibt auf den normalen Wegen und lasst den Hund nah bei euch laufen

3. Erste Hilfe auf Reisen – von Schnittwunden bis Sonnenstich

  • Mini-Reiseapotheke für Hunde (solltet ihr immer ins Auto, bzw. in den Rucksack packen): sterile Kompressen, Mullbinden, elastische Fixierbinde, Pflastertape, Desinfektionsmittel für die Haut, Zeckenzange, Pinzette, kleine Schere, Einmalhandschuhe, Rettungsdecke, Kochsalzlösung zum Auge/Wunde spülen, Kohletabletten, Fieberthermometer, Telefonnummer deines Tierarztes oder einem vor Ort und die der nächsten Tierklinik
  • Wunderversorgung (kleine Schnitte/Schürfwunden): Die Wunde ruhig halten, die Blutung mit Druck stillen, sauber spülen, desinfizieren und locker verbinden. Bei tiefen, klaffenden oder stark verschmutzten wunden, geht am besten sofort zum Tierarzt!
  • Hitzschlag/Überhitzung: Den Hund sofort in den Schatten bringen, das Halsband lockern, Pfoten/Bauch mit lauwarmem Wasser befeuchten, langsam kühlen, kleine Wassermengen anbieten und den Tierarzt kontaktieren
  • Magen-Darm/Unverträglichkeiten unterwegs: Neue Snacks/Futter möglichst langsam einführen, damit sich der Körper deines Hundes daran gewöhnt. Bei Erbrechen/Durchfall 12-24h Schonkost anbieten (z.B. gekochtes Huhn und Reis in kleinen Portionen oder die Morosche Karottensuppe). Sollten die Beschwerden anhalten, dann unbedingt den Tierarzt kontaktieren

Hinweis: Erste Hilfe ersetzt keine tierärztliche Behandlung, daher im Zweifel immer beim Tierarzt abklären lassen.

4. Ernährung auf Reisen – Trockenfutter, Nassfutter, BARF oder BARF2GO?

  • Stabilität schlägt Experimente: Füttere unterwegs möglichst das gleiche wie zu Hause. Wenn ein Wechsel des Futters nötig ist, dann ist eine langsame Umstellung z.B. über 7-10 Tage ratsam
  • Portionierung: Rationen solltest du vorher abfüllen; faltbare Trinknäpfe mitnehmen und immer ausreichend Trinkwasser dabei haben
  • Lagerung: Nassfutter/BARF sollte nur gekühlt transportiert werden; nutzt dafür besser eine kleine Kühltasche, diese könnt ihr zur Not einfach in einen größeren Rucksack mit rein packen; BARF2GO muss nicht gekühlt werden, da es gefriergetrocknet wird
  • Fütterungszeiten anpassen: Bei Autofahrten solltet ihr besser 2-3 Stunden vor Abfahrt füttern, um die Reisekrankheit zu vermeiden. Nach anstrengenden Etappen solltet ihr euren Hund erst zur Ruhe kommen lassen und danach füttern
  • Leckerlis bewusst einsetzen: Besser nur kleine, gut verträgliche Happen für die Motivation geben und nicht übertreiben
  • Schonkost-Backup: kleine Reserve an magenfreundlicher Kost einplanen

5. Sport und Bewegung – Überlastung sicher vermeiden

  • Planung nach Fitness und Wetter: Passt die Distanz und das Tempo an Alter, Kondition, Temperatur und den Untergrund an: Bei Hitze sollte die Strecke konsequent gekürzt werden
  • Aufwärmen und abkühlen: Ihr solltet 5-10 Minuten ruhig gehen mit eurem Hund, bevor die intensivere Etappe startet; nehmt am Ende das Tempo raus und lasst euren Hund sanfte Bewegungen machen (dehnen lassen), trinken anbieten
  • Pausen setzen: alle 30-45 Minuten, sollte ihr 5-10 Minuten ruhen, im Sommer noch öfter. Plant genug Schattenplätze und Wasserpausen ein
  • Untergrund beachten: lange auf Asphalt laufen, belastet die Gelenke und Pfoten eueres Hundes. Wechselt daher den Untergrund in dem ihr immer mal wieder auf Wiesen- oder Waldwegen lauft. Bei Bedarf einen Pfotenschutz nehmen
  • Alters- und Rassebesonderheiten: Junioren und Senioren langsamer aufbauen; große Rassen neigen eher zu Gelenkproblemen. Mach daher lieber kurze Einheiten, statt Marathon
  • Warnsignale ernst nehmen: Lahmheit, starker Durst, Hecheln, Leistungsabfall, ungewöhnlich dunkler Urin, Berührungsempfindlichkeit – ihr solltet sofort abbrechen, kühlen, prüfen und eventuell den Tierarzt aufsuchen

Gut zu wissen: Jeder Hund ist anders. Was für den einen perfekt ist, passt beim anderen überhaupt nicht. Beobachte deinen Hund, denn du kennst ihn am besten und passe die Tipps an ihn an und hole dir bei Unsicherheit immer schnell tierärztlichen Rat. So bleibt euer Reiseabenteuer sicher, entspannt und schön.