Vor der Reise — die Checkliste, die du 4–8 Wochen vorher abarbeitest

Bevor ihr die Koffer packt, solltet ihr auf einen Check beim Tierarzt und administrative Vorbereitungen beachten. Das erspart Stress während der Reise. Plane rechtzeitig (je nach Reiseziel Wochen bis Monate), damit Impfungen wirken, Medikamente eingetragen sind und du nötige Papiere hast.

Wichtige Schritte und Tipps:

Tierarzt-Check: allgemeiner Gesundheitscheck, Zahnstatus, Gewichtscheck, evtl. Blutwerte bei älteren Hunden oder bekannten Problemen.

Impfpass und Identifikation: Mikrochipnummer kontrollieren und Impfpässe prüfen. EU-Pet-Passport oder länderspezifische Gesundheitszeugnisse prüfen (Landesregeln beachten).

Parasitenprophylaxe: Sprich mit dem TA über passende Produkte für Zecken, Flöhe, Sandmücken, Stechmücken. Manche Präparate müssen VOR der Einreise begonnen werden.

Medikamente: Rezepte, Blister, Hinweise zum Lagern (Kühlbox wenn nötig). Für verschreibungspflichtige Mittel: Kopie des Rezepts mitführen.

Versicherung: Auslandstierkrankenversicherung prüfen (Erstattung international? Region abgedeckt?).

Impf-/Behandlungszeitplan notieren: Fristen, Auffrischungen, Medikamentenbeginn.

Notfallkontakte: Liste vom Tierarzt, Adresse der nächsten Tierklinik am Reiseziel, Telefonnummern.

Praktische Packliste (Kurz):

  • Impfausweis
  • EU-Heimtierausweis (wenn vorhangen)
  • Kopie Röntgen/Befunde
  • Medikamente und Rezepte
  • Erste-Hilfe-set
  • Zeckenzange
  • Reisekörbchen/Decke
  • Fressen/Trinken
  • Lieblingsspielzeug

Impfungen und länderspezifische Empfehlungen — worauf du achten musst

Es gibt grundlegende Impfungen (die oft überall empfohlen werden) und regionale Impfempfehlungen (z. B. gegen Krankheiten, die von Mücken/Zecken übertragen werden). Informiere dich rechtzeitig, denn manche Impfungen/Antikörper brauchen Zeit, bis sie wirken.

Kernaussagen und Praxis:

Grundimmunisierungen (in Absprache mit TA): z. B. Tollwut (international relevant), Staupe, Parvovirose, Leptospirose je nach Region.

Regionale Risiken: z. B. Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose; meist in südlichen Ländern häufiger. Prävention ist hier sinnvoll.

Timing: Impfungen und Bluttests rechtzeitig planen; bei Einreisebestimmungen manche Länder haben Fristen. Kläre das mit TA / Behörden (Achtung: Länderregeln ändern sich).

Dokumentation: Impfstoff, Chargennummer, Datum fotografisch sichern.

Praktische Tipps:

Frag deinen TA nach einer länderspezifischen Checkliste.

Wenn dein Hund chronische Leiden hat, besprecht Impf-Risiken/Benefits genau.

Parasiten weltweit — Zecken, Flöhe, Sandmücken, Herzwurm (leicht verständlich)

Parasiten sind die häufigsten Problemlieferanten im Urlaub: sie übertragen Krankheiten und machen euren Hund krank. Effektive Vorsorge ist meistens einfacher als eine langwierige Behandlung.

Was du wissen musst

Zecken: Übertragen z. B. Borreliose (Region abhängig), Babesien. Regelmäßig kontrollieren, nach jedem Spaziergang Pfoten/Ohren/Unterbauch prüfen.

Sandmücken: In südeuropäischen Regionen wichtig (Leishmaniose). Schutz: Repellentien, Netz im Schlafplatz, Anti-Mücken-Protokolle.

Herzwurm: In wärmeren Regionen durch Stechmücken übertragen; Prophylaxe durch Tabletten/Injektionen möglich.

Flöhe und Milben: Gute Basisprophylaxe (Spot-on, Hygienemaßnahmen, Tabletten) beachten.

Konkrete Maßnahmen:

Vor der Reise mit dem Tierarzt passende Produkte aussuchen (Kombinationspräparate sind oft praktisch).

Nach Outdoor-Tagen gründlich absuchen. Zecken fachgerecht entfernen (Zange, evtl. Tierfrau/TA kontaktieren).

Bei Anzeichen wie Lethargie, Fieber, blutigem Urin, blasser Schleimhaut → sofort TA.

Reisekrankheiten nach Regionen — kurze, klare Übersicht (spanischer Süden, Mittelmeer, Tropen, Mitteleuropa)

Welche Krankheit wo häufig ist, wie sie übertragen wird und wie du präventiv handelst. Kein Ersatz für TA, aber guter erster Überblick.

Beispiele (Kurzprofile):

Mittelmeer/Südeuropa: erhöhtes Risiko für Leishmaniose (Sandmücken), Babesiose (Zecken), Ehrlichiose. Schutz: Repellentien + regelmäßige Kontrollen.

Südliche/tropische Länder: zusätzliches Risiko für Herzwurm, bestimmte Durchfallerreger und Parasiten. Sauberes Trinkwasser wichtig.

Mitteleuropa / Nordeuropa: Zecken-Risiko (Borreliose), saisonal stärker.

Küstenregionen: Salz, Sand → Pfotenpflege und Sonnenschutz nicht vergessen.

Was tun bei Verdacht: Sofort TA aufsuchen; Symptome filmen/fotografieren; Reiseort und mögliche Expositionsquelle mitteilen.

Erste Hilfe und Notfallplan unterwegs — was jeder kennen sollte

Ein fundierter Notfallplan rettet Zeit und Leben. Wir zeigen, was in ein Notfall-Set gehört, welche Sofortmaßnahmen du bei Hitze, Verletzungen oder Vergiftung ergreifen kannst und wie du eine Tierklinik am Ziel findest.

Erste-Hilfe-Set:

  • Zeckenzange, Pinzette, sterile Kompressen, Mullbinde, Verband, Klebeband
  • Schleppleine / Maulkorb (im Notfall)
  • Desinfektionsmittel (tierverträglich), Handschuhe, Schere
  • Thermometer, Kühlpacks, Handtuch, Einmaldecke
  • Notfallnummern + Karte mit TA-Adresse, Medikamentenliste

Sofortmaßnahmen (Kurz erklärt):

Hitze/Hitzschlag: Hund schattig legen, lauwarmes Wasser auf Nacken/Leisten, kühlen (nicht eiskalt), sofort TA.

Blutung: Druck auf Wunde, steriler Verband, TA.

Vergiftung: Verpackung identifizieren, NICHT eigenmächtig Hausmittel geben, sofort TA oder Giftnotruf anrufen.

Erstickung: siehe Maul öffnen, vorsichtig Fremdkörper versuchen zu entfernen (nur sichtbar erreichbare Teile), sofort TA.

Wie finde ich schnell einen TA im Ausland: Google Maps + Suchbegriffe „Tierklinik“, „Notfall“, lokale Facebook-Gruppen, Touristeninfo, Hotel/Infozentrum fragen. Screenshots von Adressen offline speichern.

Hitze, Kälte und besondere Klima-Tipps — Pfoten, Nase, Kreislauf

Hitze und Kälte sind nicht nur unangenehm, sie können akut gefährlich sein. Hier findest du konkrete Verhaltensregeln für heiße Strände, kalte Berge und hohe Lagen.

Hitze (Sommer, Küste, Städte):

  • Mittagsruhe meiden, nur früh/abendliche Spaziergänge.
  • Genug Trinkpausen + tragbarer Napf.
  • Pfotenschutz bei heißem Sand/Asphalt (Booties oder Abkürzungen).
  • Nie allein im Auto lassen!

Kälte und Schnee:

  • Pfotenschutz (Salz, Splitt schädigt Ballen), Hundejacke bei Bedarf.
  • Vorsichtig bei Eis, dünnes Eis auf jeden Fall meiden.
  • Bei Unterkühlung: Decke, lauwarme Umgebung, TA.

Höhen und Anstrengung:

  • Langsam steigern, Wasser häufiger anbieten, auf Atemnot/Schwindel achten.
  • Für sehr anstrengende Touren Fitness und Kondition vorher trainieren.

Ernährung und Wasser unterwegs — Magenprobleme vermeiden

Futterwechsel, ungewohntes Wasser, Straßenstände, dass kann dem Magen deines Hundes zusetzen. So vermeidest du Durchfall und Dehydrierung.

Wichtiges:

Futterumstellung schrittweise: Wenn möglich 7–10 Tage vorher umstellen auf Reisefutter; unterwegs nur bei Bedarf wechseln.

Wasser: Sauberes Leitungswasser? Falls unsicher, Mineralwasser oder abgekochtes Wasser nutzen. Vermeide stehende Pfützen.

Snacks unterwegs: Nur bekannte Leckerlis, keine Fremdprodukte.

Reisefutterkompakt: Futter in Portionen vorkontrollieren, Feuchttierfutter kühl lagern (bei warmen Temperaturen vermeiden).

Bei Durchfall: Fasten 12–24 h (nur Wasser), dann Schonkost (Reis + Hühnchen) nach Rücksprache mit TA; bei Blut im Stuhl sofort TA.

Medikamente, Transport und rechtliche Hinweise (allgemein)

Wer Medikamente braucht, muss sie richtig transportieren und dokumentieren. Außerdem: manche Länder haben strikte Regeln für verschreibungspflichtige Substanzen.

Praxis:

Originalverpackung + Beipackzettel: immer mitführen.

Rezeptkopien / Arztbrief: besonders bei Spezialmedikation.

Lagerung: kühl, trocken; ggf. Kühltasche für Insulin.

Keine Selbstmedikation: Keine Human-Medikamente ohne TA! (z. B. Paracetamol ist für Hunde giftig).

Kontrolle bei Airlines / Grenzen: Informiere dich vorab, ob Medikamente deklariert werden müssen.

Tierarzt und Versicherung im Ausland — wie du gute Hilfe findest

Wenn’s doch mal ernst wird: schneller Zugang zu kompetenter Versorgung ist Gold wert. So findest du die richtige Klinik und wie die Versicherung hilft.

Tipps zur Recherche:

Google Maps + „Veterinary clinic“, Tourist-Info, lokale Facebook-Gruppen/Expat-Foren.

Bewertungsseiten lesen, Öffnungszeiten prüfen, Telefonverfügbarkeit (24/7?).

Vor Reiseantritt Versicherung kontaktieren: was deckt die Police im Ausland ab? Direktzahlungen oder Rückerstattung? Selbstbeteiligung?

Falls du regelmäßig in ein Land reist: Notfallkarte mit Adresse und Smartphone-Shortcut anlegen.

Hygiene und Zoonosen — Schutz für Mensch und Tier

Bestimmte Erkrankungen können vom Tier auf den Menschen übergehen. Hygiene schützt die Familie und andere Menschen vor Risiken.

Wichtiges:

Hände waschen nach Kontakt, Kot sofort entfernen, keine offenen Nahrungskontakte (Hundeleckerlis nicht mit Fremden teilen).

Zoonosen wie Leptospirose, bestimmte Parasiten; Impfstatus und Hygiene reduzieren das Risiko.

Bei engem Kontakt mit Kleinkindern/älteren Menschen: Rücksprache mit TA, Verhalten anpassen.

Packliste – Das komplette Inventar

Komplette Liste:

  • Impfausweis
  • Gesundheitszeugnisse
  • Rezepte
  • Versicherungspapiere
  • Erste-Hilfe-Set (siehe oben)
  • Medikamente und Rezepte, ggf. Kopien der Rezepte
  • Reisekorb/Decke
  • Maulkorb
  • Leinen
  • Brustgeschirr
  • Futternapf faltbar
  • Wasserflasche
  • Futter und Reservefutter für 2-3 Tage
  • Kotbeutel
  • Handtücher
  • Pfotenbalsam
  • Zeckenzange
  • Reiseapotheke (Desinfektion, Mull, Wundauflagen)
  • Licht/GPS-Marke
  • Reiseunterkunftsbestätigung
  • Notfallkontakte
  • Dokumentenmappe wasserdicht