In diesem Beitrag wollen wir euch erklären, warum man die Krallen von Hunden schneiden sollte, wie oft und wie man mit Angsthunden das Krallen schneiden üben kann. Zudem bekommt ihr eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Krallen schneiden, damit fast nichts schief gehen kann.
Man schneidet einem Hund die Krallen, weil zu lange Krallen echte gesundheitliche Probleme verursachen können.
Hier die wichtigsten Gründe:
- Schutz vor Schmerzen
- verhindert Fehlbelastung und Gelenkprobleme
- verhindert Einreißen der Kralle
- verhindert das sich die Kralle einrollt
- bessere Kontrolle beim laufen
- weniger Abnutzung in der Wohnung
Wie oft sollte man schneiden?
- alle 2-4 Wochen ist ein guter Richtwert für die meisten Hunde
- aktive Hunde, die viel auf Asphalt laufen, brauchen es oft seltener, weil sich die Krallen natürlich abnutzen
- Wohnungshund oder Hunde, die viel auf weichem Untergrund laufen, brauchen es meist häufiger
Woran erkennst du, dass es wieder nötig ist?
- die Krallen berühren beim stehen den Boden
- du hörst Klickgeräusche, wenn der Hund läuft
- die Kralle beginnt sich leicht zur Seite zu drehen oder zu krümmen
Schritt-für-Schritt-Anleitung

Vorbereitung:
- ruhigen Ort wählen, damit es wenig Ablenkung gibt
- Pfote kurz prüfen auf Risse und Dreck
- Falls verfügbar: Pfotenlampe oder helle Beleuchtung bereitstellen
- ein paar Leckerlis für positive Verknüpfung
Pfote richtig halten:
- die Pfote sanft, aber stabil halten
- den einzelnen Zeh leicht nach vorne schieben, damit die Kralle gut freiliegt
Blutader („Quick“) finden:
Bei hellen Krallen: Die Blutader siehst du als rosa Verlauf im Inneren. Lasse mindestens 2-3 mm Abstand beim schneiden
Bei dunklen Krallen: Man erkennt die Ader nicht, also immer nur sehr kleine Stücke abknipsen.
Nach jedem Schnitt auf die Schnittfläche schauen:
- wird sie hell –> weiterschneiden ist möglich
- wird sie dunkler/feucht –> sofort stoppen!
Schneiden:
Die Schere von oben nach unten ansetzen, nicht von der Seite. Eine feste, schnelle Bewegung, nicht zögern!
Nacharbeitung:
Krallenfeile verwenden, um scharfe Kanten zu glätten. Ein Leckerli geben und den Hund loben.
Falls doch etwas Blut kommt:
- Erst mal ruhig bleiben, auch wenn es einfacher gesagt als getan ist
- Blutstopp-Pulver, Stärkemehl oder ein sauberes Tuch verwenden.
- leichten Druck für ca. 1 Minute
- wenn die Kralle stärker beschädigt ist, solltest du einen Verband drum machen und eventuell einen Tierarzt aufsuchen
Umgang mit Angsthunden beim Krallen schneiden
- Desensibilisierung – Schritt für Schritt an die Pfote gewöhnen
Mach diese Schritte täglich, jeweils nur 1–3 Minuten:
- Pfote kurz berühren und sofort ein Leckerli geben
- einzelne Zehen kurz anheben und ein Leckerli geben
- Krallenschere zeigen, ohne sie zu benutzen und ein Leckerli geben
- Schere an die Pfote halten, ohne zu schneiden und wieder ein Leckerli geben
- Leeres „Klick“-Geräusch der Schere neben der Pfote und mit einem Leckerli belohnen
Der Hund soll lernen: „Alles rund um die Pfote bringt positive Dinge.“
- Rituale schaffen
Ruhiger Ort, gleiche Position, gleiches Kommando („Pfote“).
- kein Festhalten oder Drücken, lieber Pausen einlegen
- Atem ruhig halten, denn Hunde spüren jede Anspannung
- In Mikro-Schritten schneiden
Für Angsthunde gilt: weniger ist mehr.
- nur 1 Kralle pro Tag zu Beginn
- oder sogar nur ein winziges Stück pro Tag
- immer sofort loben und ein Jackpot-Leckerli geben
Dadurch entsteht kein negativer Stressschub.
- Ablenkung nutzen
Viele Hunde entspannen besser, wenn etwas Positives gleichzeitig passiert:
- Schleckteller/Kong mit Leberwurst, Joghurt oder Nassfutter
- Kauknochen geben
Oder jemand füttert Leckerlis, während du schneidest.
- Richtige Positionen ausprobieren
Manche Hunde fürchten das Krallenschneiden nur in bestimmten Positionen:
- im Liegen auf der Seite
- im Stehen, du greifst nur kurz an die Pfote
- selbst auf dem Sofa, wenn das mehr Sicherheit gibt
Finde heraus, was dein Hund als am wenigsten bedrohlich empfindet.
- Stresssignale sofort ernst nehmen
Zittert er, zieht die Pfote weg, leckt sich über die Schnauze oder fixiert die Schere → Pause. Es ist immer besser, früher aufzuhören und eine positive Erfahrung zu schaffen.
- Alternativen einbauen
Wenn das Schneiden extremen Stress auslöst, kann man zwischendurch:
- Krallen mit einer Feile kürzen (ruhiger, leiser)
- Krallenschleifer verwenden (manche mögen den Vibrationsreiz lieber)
- Asphalt-Spaziergänge nutzen, um natürlich abzunutzen
Warum muss man einem Hund regelmäßig die Krallen schneiden?
- Schutz vor Schmerzen
Wachsen die Krallen zu lang, drücken sie beim Stehen in den Boden oder sogar in den Pfotenballen. Das führt zu:
- Schmerzen
- Schonhaltung
- falschem Gangbild
- Verhindert Fehlbelastungen und Gelenkprobleme
Ein Hund mit zu langen Krallen steht automatisch schief. Dadurch werden belastet:
- Gelenke
- Sehnen
- Wirbelsäule
- Langfristig kann das Lahmheiten oder Rückenprobleme auslösen
- Verhindert Einreißen der Kralle
Lange Krallen bleiben schneller hängen → sie können:
- einreißen
- splittern
- komplett abbrechen
- das blutet stark und tut sehr weh
- Verhindert dass die Kralle sich einrollt
Besonders die Daumenkralle (Wolfskralle) kann sich einrollen und in die Haut wachsen, wenn sie nicht gekürzt wird.
- Bessere Kontrolle beim Laufen
Zu lange Krallen beeinträchtigen:
- die Trittsicherheit
- die Balance
- sogar das Bremsen
- viele Hunde rutschen dadurch mehr aus
- Weniger Abnutzung in der Wohnung
Hunde, die viel auf weichen Böden laufen (Gras, Teppich, Sofa), nutzen die Krallen kaum natürlich ab. Dann ist Schneiden notwendig.
Probiert bei eurem Hund gerne eine der 3 Methoden (Krallenschere, Krallenfeile oder Krallenschleifer) zum Krallen schneiden aus oder wendet euch bei Unsicherheiten oder Angst vor dem Krallen schneiden lieber an den Tierarzt eures Vertrauens. Dort wird das gegen eine kleine Bezahlung für euch gemacht und das von geschultem Personal.



