Ein warmer Sommerwind weht durch die Olivenhaine, irgendwo klirren Gläser auf einer Tapas-Terrasse, und dein Hund schnüffelt neugierig an einer Zypressenallee vorbei. Spanien ist nicht nur ein Land für Sonnenanbeter, sondern auch für Schnüffelmeister auf vier Pfoten.

Aber zwischen Flamenco und Fiesta gibt’s ein paar Dinge, die Hundemenschen wissen sollten. Hier kommt dein kompakter, praktischer und liebevoll geschriebener Quick-Guide für Spanien mit Hund, für entspannte Pfoten-Abenteuer im Süden Europas.

Einreisebestimmungen – Vamos a España!

Spanien macht die Einreise mit Hund angenehm einfach, wenn du die Basics beachtest:

  • EU-Heimtierausweis muss mitgeführt werden
  • Tollwutimpfung (mind. 21 Tage alt, gültig) ist Pflicht
  • Mikrochip nach EU-Norm – korrekt registriert & gut lesbar

Welpen unter 15 Wochen dürfen leider nicht mit, denn ohne Tollwutschutz gibt’s keinen Tapasurlaub.

Achtung bei Listenhunden!

Spanien führt eine bundesweite Liste „potenziell gefährlicher Hunderassen“ (PPP). Dazu gehören z. B.:

  • American Staffordshire Terrier
  • Pitbull Terrier
  • Rottweiler
  • Dogo Argentino
  • Fila Brasileiro
  • Tosa Inu
  • Akita Inu

Für diese Hunde (und Mischlinge daraus!) gilt: Leine, Maulkorb, Halterschein und dieser ist nur mit spanischem Wohnsitz erhältlich.

Das Heißt, mit Listenhund durch Spanien? Besser nicht ohne gründliche Recherche.

Gesetze und Vorschriften – Was du wissen musst

Spanien ist vielfältig und das gilt auch für die Regeln. Was in Barcelona erlaubt ist, kann in Andalusien ganz anders aussehen. Trotzdem gelten ein paar Dinge fast überall:

Leinenpflicht

Kurz und knapp: Leine drauf, immer und überall.
Freilauf ist meist nur auf ausgewiesenen Hundeflächen erlaubt. In ländlicheren Regionen wird’s entspannter gesehen, aber verlassen solltest du dich nicht drauf.

Maulkorb mitführen

Pflicht ist er nicht für alle, aber:

In Öffis, bei Listenhunden oder Menschenmengen kann er verlangt werden. Dabeihaben solltest du ihn auf jeden Fall.

Öffis und Restaurants

Bus, Bahn und Co: In vielen Städten dürfen nur kleine Hunde in Transportboxen mit. Große Hunde? Leider oft ausgeschlossen.

Restaurants und Cafés: Outdoor sehr entspannt, drinnen lieber vorher fragen. Mit einer Decke unterm Tisch und einem freundlichen „¿Está bien con el perro?“ bist du fast immer willkommen.

Gesundheit und Vorsorge – Sonne, Mücken & mehr

Spanien ist wunderschön, aber auch ein kleines Tropenparadies für Parasiten. Die wichtigsten Risiken:

Risiko:Beschreibung:Schutz:
Leishmaniose (Sandmücken)Besonders im Süden und an der KüsteScalibor-Halsband, Spot-on, ggf. Impfung
HerzwürmerKommt landesweit vorProphylaxe vom Tierarzt (z.B. Tabletten)
Zecken und FlöheLändlich, feucht, waldnahSpot-on, Halsband
HitzeAsphalt verbrennt PfotenFrüh/spät spazieren, Wasser, Schatten, Kühlmatte

Sonnencreme für helle Hundenasen ist in Spanien übrigens kein Luxus, sondern ein Must-have.

Tierärzte und Notfälle

Spaniens tierärztliche Versorgung ist sehr gut. In Touristenregionen findest du fast überall 24h-Notdienste („Urgencias veterinarias“). Einfach bei Google Maps suchen. Am besten vorher ein paar Nummern abspeichern, gerade auf dem Land.

Hundestrände und Natur – Wo Pfoten ins Meer dürfen

Einmal mit deinem Hund am Meer entlanglaufen, Sand unter den Pfoten, Möwen im Blick … Klingt traumhaft, ist es auch! Aber in der Hauptsaison (Juni bis September) herrscht an vielen Stränden Hundeverbot.


Die gute Nachricht: Spanien hat immer mehr offizielle Hundestrände (Playas Caninas).

Beliebte Hundestrände:

  • Playa de L’Ahuir (Gandía, Valencia) – endlos, sauber, hundefreundlich
  • Playa La Rubina (Empuriabrava, Katalonien) – naturbelassene Freiheit
  • Playa El Castillo (Fuengirola, Andalusien) – mit allem, was Hund braucht

In der Nebensaison (ab Mitte September) ist oft mehr erlaubt, als angeschrieben steht, mit Rücksicht und Tütchen sowieso.

Natur und Wandern:

Picos de Europa – grün, wild, wandertauglich

Sierra de Grazalema (Andalusien) – mit schattigen Routen & Wasserstellen

Teneriffa & La Palma (Kanarische Inseln) – Hundeparadies mit Vulkanblick

Unterkünfte und Gastronomie – Wo Hunde Gäste sind

Spanien wird immer hundefreundlicher, aber du solltest gezielt suchen. Besonders im Landesinneren und auf dem Land findest du oft herzliche Gastgeber, die Hunde mit offenen Armen (und Näpfen) empfangen.

Empfehlenswerte Portale:

hundeurlaub.de – mit Spanien-Fokus

traveldog.es – spanische Seite für Reisen mit Hund

booking.com – mit Filter „Haustiere erlaubt“

Casas rurales und Agriturismos – oft günstig und hundefreundlich

Essen gehen mit Hund

Außenterrassen: Fast immer erlaubt

Innenräume: Sehr vom Betreiber abhängig; vorher fragen lohnt sich

Wassernapf? Oft eine Selbstverständlichkeit, besonders in Bars oder auf dem Land

Besonderheiten und Tipps – Was du wirklich wissen solltest

Hunde und Kultur

Spanier lieben Hunde, aber sie erwarten Benehmen. Ein ruhiger, leinentreuer Hund ist dein bester Reisepass. Ein „wilder Freiläufer“ eher nicht.

Kotbeutelpflicht:
Nicht verhandeln. In vielen Regionen drohen empfindliche Strafen (bis 750 €!).

PPP-Hunde & Gesetzeslage:
Bitte wirklich genau prüfen, bevor du mit einer sogenannten Listenrasse nach Spanien reist. Ohne offizielle Erlaubnis & Papiere riskierst du ernsthafte Probleme. Von Geldstrafen bis zur Beschlagnahmung im Extremfall.

Fazit: Spanien mit Hund – Viva la aventura!

Mit der richtigen Vorbereitung wird Spanien zur idealen Reisedestination für Mensch und Hund. Ob ihr durch wilde Schluchten wandert, in einsamen Buchten buddelt oder einfach Siesta haltet. Spanien schenkt euch unvergessliche Momente auf vier Pfoten.

Sonne. Tapas. Abenteuer. Und eine feuchte Hundenase im Wind. Was will man mehr?