Hallo Freunde, diesmal haben wir Clausthal-Zellerfeld besucht, eine Stadt im Oberharz (Niedersachsen) mit ca. 13.500 Einwohnern.
Die Stadt besteht im Zentrum aus den beiden Stadtteilen Clausthal (im Süden) und Zellerfeld (im Norden), deren ursprüngliche Stadtgebiete durch die natürliche Grenze des Zellbachs getrennt werden. Bis 1924 waren Clausthal und Zellerfeld zwei selbständige Städte.
Spaziergang mit Hund durch Clausthal-Zellerfeld
Wenn ihr Clausthal-Zellerfeld besucht, werdet ihr mit etwas Glück die Klänge der Berghornisten hören. Das Neue Berghornisten-Corps der TU Clausthal pflegt eine jahrhundertealte Bergbautradition und begleitet bis heute zahlreiche Veranstaltungen im Oberharz. Die Musik gehört einfach zum Bergbau dazu und sorgt immer wieder für eine besondere Atmosphäre.

Mitten in Clausthal-Zellerfeld befindet sich das Geburtshaus von Robert Koch. Der spätere Nobelpreisträger wurde hier im Jahr 1843 geboren und zählt bis heute zu den bedeutendsten Medizinern Deutschlands. Von hier aus begann die Geschichte eines Mannes, dessen Forschungen die Medizin nachhaltig verändert haben.

Direkt gegenüber der Marktkirche steht das historische Rathaus. Zusammen mit den umliegenden Gebäuden bildet es das Herz der Altstadt. Bei einem Stadtbrand 1725 wurde der Vorgängerbau des heutigen Rathauses schwer beschädigt und um 1730 nach Plänen des hannoverschen Hofarchitekten Tobias Henry Reetz neu erbaut


Die Marktkirche ist wohl das bekannteste Wahrzeichen von Clausthal-Zellerfeld. Sie gilt als größte Holzkirche Deutschlands und beeindruckt bereits von außen durch ihre Größe. Auch ein Blick ins Innere lohnt sich, denn dort erwartet euch ein heller und überraschend schlichter Kirchenraum. Die Kirche wurde 1642 im Barockstil aus Eichen- und Fichtenholz erbaut.



Nur wenige Schritte von der Marktkirche entfernt erinnert das Denkmal an den Geologen Friedrich Adolph Roemer (1809 – 1869). Seine Forschungen trugen wesentlich dazu bei, die Geologie des Harzes besser zu verstehen.


Direkt auf dem Marktplatz sorgt das Wasserspiel für eine kleine Abkühlung. Gerade an warmen Tagen ist es ein beliebter Treffpunkt. Gleichzeitig erinnert es daran, wie wichtig Wasser für den Bergbau im Oberharz einst war. Leider war das Wasserspiel bei unserem Besuch aus.

Die Altstadt von Clausthal-Zellerfeld lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Zwischen den historischen Häusern entdeckt man immer wieder kleine Details, die an die lange Bergbaugeschichte erinnern. Wer mit offenen Augen unterwegs ist, findet an fast jeder Ecke interessante Fotomotive.



Die Geosammlung der TU Clausthal ist ein echter Geheimtipp. Hier könnt ihr beeindruckende Mineralien, Gesteine und Fossilien bestaunen, sowie Erze aus dem Harz. Die Technische Universität Clausthal wurde 1775 gegründet. Vor dem Gebäude befindet sich ein Hydraulisches Pumpenaggregat aus dem Jahre 1929 mit einer Leistung von 50KW bei 970 U/min.



Falls ihr euren Aufenthalt noch planen möchtet, lohnt sich ein kurzer Besuch in der Tourist-Information. Dort bekommt ihr Stadtpläne, Veranstaltungstipps und viele Informationen zu Wanderungen und Ausflugszielen rund um Clausthal-Zellerfeld. Zudem gibt es einen Shop mit regionalen Produkten, wie z.B. dem Schierker Feuerstein.


Im Robert-Koch-Haus erfuhr man früher mehr über das Leben des berühmten Mediziners. Die Ausstellung vermittelte einen interessanten Einblick in seine wissenschaftliche Arbeit und zeigte, warum Robert Koch bis heute weltweit bekannt ist. Heute ist das Gebäude leider in Privatbesitz und man kann es nicht mehr besuchen.


Das Alte Postamt aus dem Jahr 1874 erinnert an die Zeit, als Post noch mit der Kutsche durch den Harz transportiert wurde. Das historische Gebäude fügt sich harmonisch in das Stadtbild ein und erzählt ein kleines Stück der langen Geschichte Clausthal-Zellerfelds.

Etwas abseits des lebhaften Marktplatzes liegt die St.-Nikolaus-Kirche mit dem Nachfolgerbau aus dem Jahre 1960. Unter dieser Kirche verläuft der Tiefe-Georg-Stollen in einer Tiefe von 290m. Der sogenannte Wasserlösungsstollen verlief 1777 bis 1799 auf einer Länge von 19km, um das Grubenwasser abzuleiten.


Direkt am Marktplatz befindet sich das ehemalige Oberbergamt. Von hier aus wurde über viele Jahrhunderte der Bergbau im Oberharz verwaltet. Das repräsentative Gebäude zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung der Bergbau einst für die gesamte Region hatte. Heute ist hier das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie untergebracht.

Silber aus den Harzer Bergwerken wurde früher direkt in Clausthal zu Münzen verarbeitet. Die ehemalige Münzstätte Clausthal, wovon es noch 2 weitere gab, ist aus dem Jahr 1726. Sie erinnert an diese wirtschaftlich bedeutende Zeit und ist seit 1950 ein Studentenwohnheim.

Die Kehrradstuben (UNESCO-Weltkulturerbe) gehören zu den Zeugnissen der Oberharzer Wasserwirtschaft. Hier standen riesige Wasserräder, die Maschinen und Förderanlagen unter Tage antrieben. Wer sich für Technik interessiert, bekommt einen guten Eindruck davon, wie ausgeklügelt der Bergbau damals organisiert war. Es ist das älteste und am längsten betriebene Bergwerk im Harz vom 16. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert.



Der Ottiliae-Schacht erinnert an die lange Bergbautradition von Clausthal-Zellerfeld. Über viele Jahrzehnte wurden hier Erze gefördert und Gruben entwässert. Heute zeugen die erhaltenen Gebäude von der bedeutenden Bergbaugeschichte des Oberharzes und machen den Schacht zu einem interessanten Stopp auf dem Stadtrundgang. Er gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe der Oberharzer Wasserwirtschaft.



Auf den ersten Blick wirken die Lochsteine eher unscheinbar. Tatsächlich handelt es sich aber um historische Grenzsteine, die einst den Verlauf der Grubenfelder markierten. Hier sind die Markierungen für die Gruben „Alter Segen“ und „Braune Lilie„.

Die St.-Salvatoris-Kirche prägt das Zentrum von Zellerfeld. Nach mehreren Bränden wurde sie immer wieder aufgebaut und gehört heute zu den bedeutendsten Kirchen des Oberharzes. Besonders sehenswert sind der helle Innenraum und die historische Ausstattung.


Ein echter Hingucker ist die Berg-Apotheke aus dem Jahre 1674, welche auch heute noch als Apotheke genutzt wird. Ihren Spitznamen „Fratzen-Apotheke“ verdankt sie den auffälligen geschnitzten Gesichtern an der Fassade. Wer durch die Altstadt schlendert, sollte unbedingt einmal nach oben schauen, denn die Figuren werden leicht übersehen.

Wer mehr über Clausthal-Zellerfeld erfahren möchte, ist hier genau richtig. Das Museum für Technik und Kulturgeschichte verbindet Stadtgeschichte, Bergbau und Alltagsleben miteinander und zeigt anschaulich, wie eng alles miteinander verbunden war. Besonders die historischen Exponate vermitteln einen guten Eindruck vom Leben vergangener Jahrhunderte.


Das Oberharzer Bergwerksmuseum bietet Führungen durch das Schaubergwerk, es hat ein Freigelände mit originalen Bergwerksanlagen, Spezialsammlungen, Sonderausstellungen und 29 Ausstellungsräume


Mitten in der Bergstraße lohnt sich ein kurzer Stopp am Glockenspiel aus 1987. Mehrmals täglich erklingen Melodien, während sich die Figuren bewegen und an die sogenannte Fahrkunst erinnern. Die Fahrkunst aus 1988 ist eine technische Erfindung, mit der Bergleute früher in die Schächte ein- und ausfahren konnten. Ein schönes Detail, das viele Besucher zunächst gar nicht entdecken.

Das Dietzelhaus zählt zu den ältesten Wohnhäusern der Stadt. Es vermittelt einen guten Eindruck davon, wie die Bürger Clausthals vor mehreren Jahrhunderten lebten. Besonders Liebhaber historischer Fachwerkhäuser kommen hier auf ihre Kosten.

Das ehemalige Wohnhaus des Gelehrten Caspar Calvör wird heute als Hotel „Zum Harzer“ genutzt. Von außen ist das historische Gebäude noch gut zu erkennen und erinnert an einen Mann, der sich intensiv mit der Geschichte des Harzes beschäftigte. Wichtige Besucher in dem Haus waren Georg Philipp Telemann von 1694-1698 und Gottfired Wilhelm Leibniz.


Die Glashütte zeigt eine weitere Seite der Harzer Geschichte. Neben dem Bergbau spielte auch die Glasherstellung über viele Jahrhunderte eine wichtige Rolle. Je nach Angebot könnt ihr den Glasbläsern sogar bei ihrer Arbeit zusehen und im angeschlossenen Laden handgefertigte Erinnerungsstücke entdecken.

Die ehemalige Münze aus dem Jahr 1601 hat heute eine ganz andere Aufgabe, als Kunsthandwerkerhof. In den historischen Gebäuden arbeiten Kunsthandwerker, die ihre Werkstätten für Besucher geöffnet haben. Hier findet ihr handgefertigte Keramik, Schmuck, Holzarbeiten und viele weitere schöne Mitbringsel. Betrieben wurde die Münze bis 1788. Hier wurden die Wildemanns-Taler und Ausbeute-Taler aus oberharzer Silber geprägt.


Der Carler Teich gehört zum UNESCO-Welterbe Oberharzer Wasserwirtschaft. Früher diente er als Wasserspeicher für den Bergbau, heute ist er ein idyllischer Ort zum Spazierengehen und Entspannen. Gerade bei schönem Wetter lohnt sich ein kleiner Abstecher ans Wasser.


Zum Abschluss lohnt sich noch ein Blick auf das historische Wasserrad. Es macht deutlich, wie wichtig die Wasserkraft für den Bergbau war. Ohne die ausgeklügelte Wasserwirtschaft wären viele Gruben im Oberharz überhaupt nicht betrieben worden. Heute erinnert das Wasserrad an diese beeindruckende Ingenieursleistung und ist ein schönes Fotomotiv.


Wir können euch einen Besuch in Clausthal-Zellerfeld wirklich sehr empfehlen, denn es gibt viel zu sehen und zu erkunden. Es ist eine schöne kleine Stadt, mit viel Natur rund herum. Ich hatte meinen Spaß beim erkunden und ich glaube, Frauchen und Herrchen hat es auch sehr gefallen. Die Leute im Ort, mit denen man ins Gespräch kam, waren auch alle sehr nett und hilfsbereit.
Alle Links zu Clausthal-Zellerfeld, findet ihr hier: Links zu Clausthal-Zellerfeld
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