Brighton gehört zu den Orten an der englischen Südküste, an denen es eigentlich unmöglich ist, nur kurz vorbeizuschauen. Meer, Kiesstrand, eine kilometerlange Promenade und mittendrin ein riesiger Pier, auf dem sich ein kompletter kleiner Vergnügungspark befindet. Langweilig wird es hier definitiv nicht. Brighton gehört zur Grafschaft East Sussex und hat ca. 278.000 Einwohner.

Während unserer Reisen durch England führte uns unser Weg gleich zweimal nach Brighton. Da wir bei beiden Besuchen unterschiedliche Dinge erlebt haben, nehmen wir euch heute einfach mit zu unseren schönsten Stationen in der Stadt am Ärmelkanal. Die Reise fand, wie auch unsere anderen Englandreisen damals, leider ohne Emma statt.
Brighton Beach – Strand auf die englische Art
Wer bei einem Strand automatisch an feinen Sand denkt, wird in Brighton erst einmal umdenken müssen. Der berühmte Brighton Beach besteht nämlich aus Kieselsteinen.

Das tut der typischen Seebad-Atmosphäre allerdings keinen Abbruch, im Gegenteil. Vor uns das Meer, hinter uns die lange Häuserzeile entlang der Promenade und überall dieses besondere Flair eines traditionellen englischen Badeortes.

Von hier aus ist auch eines der bekanntesten Wahrzeichen Brightons kaum zu übersehen. Der Brighton Palace Pier, der weit hinaus ins Meer ragt.

Und natürlich wollten wir wissen, was uns dort erwartet.
Brighton Palace Pier – ein Vergnügungspark über dem Meer
Schon der Eingang mit seinem großen Uhrenturm macht deutlich, dass der Brighton Palace Pier kein gewöhnlicher Steg ist.



Der Pier wurde am 20. Mai 1899 eröffnet und gehört seitdem fest zum Stadtbild. Im Laufe der Jahrzehnte kamen immer mehr Unterhaltungsangebote hinzu. Bereits 1932 wurden ein Riesenrad und Autoscooter auf dem Pier angeboten. Heute findet man hier Spielhallen, Fahrgeschäfte, gastronomische Angebote und natürlich jede Menge Aussicht aufs Meer.



Wir beschränkten uns selbstverständlich nicht darauf, einfach nur einmal über den Pier zu laufen. Denn spätestens dort, wo die ersten Fahrgeschäfte auftauchten, war klar: Die müssen ausprobiert werden.
Autoscooter und Fahrgeschäfte direkt über dem Meer
Martin durfte sich unter anderem beim Autoscooter austoben. Und auch bei den anderen Fahrgeschäften waren wir nicht nur Zuschauer. Man zahlt einmalig Eintritt für den Pier, 1 Pfund derzeit. Wenn man mit den Fahrgeschäften fahren möchte, kauft man sich ein Wristband und kann so oft fahren, wie man möchte. Der Wristband kostet für Erwachsene derzeit 30 Pfund und für Kinder 24 Pfund.



Das ist schon ein etwas ungewöhnliches Gefühl: Man befindet sich auf einem mehr als hundert Jahre alten Pier mitten über dem Meer und fährt darauf Karussell und Autoscooter.



Genau diese Mischung macht den Palace Pier aus. Auf der einen Seite hat man die historischen Gebäude und Konstruktionen, auf der anderen Seite blinkt und leuchtet es überall und aus den Spielhallen und Fahrgeschäften dringen die typischen Geräusche eines Jahrmarkts.



Natürlich ließen wir uns auch gemeinsam durch die Gegend wirbeln. Schließlich kann man Martin ja nicht den ganzen Spaß allein überlassen.
🎬 Später wurde hier „My Policeman“ mit Harry Styles gedreht
Was wir bei unseren Besuchen natürlich noch nicht wissen konnten: Einige Jahre später sollte der Brighton Palace Pier zur Filmkulisse werden. Für den Film „My Policeman“ wurde 2021 in Brighton gedreht. Der Film spielt teilweise in den 1950er-Jahren und für die Dreharbeiten wurden verschiedene Orte in Brighton entsprechend hergerichtet. Auch auf dem Palace Pier fanden Dreharbeiten statt. Harry Styles und Emma Corrin wurden hier unter anderem bei Szenen an den Arcade-Spielen gefilmt.



Wenn wir uns heute unsere eigenen Bilder vom Palace Pier anschauen, ist das natürlich besonders interessant. Wir liefen über genau diesen Pier, spielten und fuhren mit den Fahrgeschäften, einige Jahre bevor daraus ein Drehort für My Policeman wurde. Ein kleiner Film-Schauplatz, von dem wir damals noch gar nicht wussten, dass er einmal einer werden würde.
Ein Blick zurück auf Brighton
Zwischendurch lohnt es sich auf dem Pier übrigens immer wieder, sich umzudrehen. Vom Wasser aus bekommt man einen ganz anderen Blick auf Brighton. Hinter dem Kiesstrand zieht sich die Bebauung entlang der Küste, während man selbst immer weiter aufs Meer hinausläuft.

Und genau diese Kombination aus Stadt und Meer hat uns an Brighton besonders gefallen. Man kann mitten im Trubel sein und braucht nur wenige Schritte, um wieder aufs Wasser zu schauen.
Das Upside Down House – hier steht die Welt Kopf
Bei einem unserer Brighton-Besuche entdeckten wir an der Strandpromenade dann etwas, bei dem man zunächst durchaus zweimal hinschauen kann. Ein türkisfarbenes Haus stand dort komplett auf dem Kopf.

Das Brighton Upside Down House wurde erst 2019 eröffnet. Nicht nur das Gebäude selbst steht scheinbar auf seinem Dach. Auch im Inneren sind Möbel und Einrichtungsgegenstände so angebracht, dass anschließend auf Fotos der Eindruck entsteht, man selbst würde an der Decke stehen oder durch die Wohnung schweben. Natürlich mussten wir hinein.

Und das ist tatsächlich verwirrender, als man von außen vielleicht denkt. Das Gehirn weiß zwar, dass hier einfach nur alles falsch herum gebaut wurde, die Augen erzählen einem aber ständig etwas anderes. Vor allem beim Fotografieren macht das Ganze Spaß. Dreht man die fertigen Aufnahmen anschließend richtig herum beziehungsweise falsch herum, je nachdem, wie man es betrachtet, entstehen ziemlich verrückte Bilder.
Der Brighton i360 – für uns blieb es beim Blick von unten
Direkt an der Küste steht noch etwas, das kaum zu übersehen ist, der Brighton i360. Der 162 Meter hohe Aussichtsturm wurde im August 2016 eröffnet. Statt einer klassischen Aussichtsplattform fährt eine große verglaste Kabine am Turm nach oben. Von dort bietet sich ein 360-Grad-Blick über Brighton, den Ärmelkanal und bei entsprechenden Bedingungen bis über die South Downs.

Wir waren natürlich dort, hochgefahren sind wir allerdings nicht. Man muss schließlich nicht jede Sehenswürdigkeit von innen beziehungsweise in diesem Fall von ganz oben erleben.


Für ein Foto im riesigen British-Airways-Liegestuhl hat es aber gereicht. Und wenn man es sich darin erst einmal gemütlich gemacht hat, kann man den i360 schließlich auch wunderbar von unten betrachten.
Burgerpause im JB’s American Diner
So viel Brighton macht irgendwann hungrig. Unsere Pause führte uns ins JB’s American Diner an der King’s Road und dort war nicht nur das Essen amerikanisch.

Schon beim Betreten fühlten wir uns ein wenig in eine andere Welt versetzt. Rote Tische und Sitzbänke, schwarz-weißer Boden, amerikanische Flaggen, alte Zapfsäulen, Motorräder, Filmplakate, Figuren und jede Menge Dekoration sorgten dafür, dass es überall etwas zu entdecken gab.

Auf den Tisch kamen unter anderem ordentliche Burger mit Pommes. Martin entschied sich für Hähnchen mit Pommes und spätestens beim Blick auf unsere Bilder lässt sich sagen, Hungrig musste hier wirklich niemand wieder hinausgehen.


Heute können wir euch das JB’s leider nicht mehr als Einkehrtipp empfehlen. Das American Diner in der 31 King’s Road ist inzwischen dauerhaft geschlossen. 2025 endete damit ein Restaurant, an das uns heute immerhin noch jede Menge Fotos erinnern. Schade, denn gerade die verrückte Einrichtung machte das Restaurant für uns zu mehr als nur einer schnellen Burgerpause.

Und was wieder total typisch war für England, man legt das Geld einfach auf den Tisch und geht. Gerade für uns, die das nicht kennen, bekommt man immer ein mulmiges Gefühl. Was ist, wenn man geht und jemand anderes nimmt in der Zeit das Geld? Bisher ging es zum Glück immer gut, zumindest kam uns niemand hinterher gerannt.

Zwischen Pier, Promenade und Meer
Was uns von Brighton besonders in Erinnerung geblieben ist, ist die Mischung. Hier steht nicht eine einzelne Sehenswürdigkeit im Mittelpunkt. Vielmehr kann man sich einfach an der Küste entlangtreiben lassen und entdeckt dabei ständig etwas Neues.



Mal steht man am Kiesstrand und schaut aufs Meer, kurz darauf fährt man auf einem über 120 Jahre alten Pier Autoscooter. Dann begegnet einem ein Haus, das auf dem Kopf steht, wenige Meter weiter fährt eine gläserne Aussichtskabine an einem riesigen Turm in den Himmel und zwischendurch gibt es Burger in einem amerikanischen Diner.
Der West Pier – Brightons berühmte Ruine im Meer
Ein ganz anderes Bild bot sich uns ein Stück weiter entlang der Küste. Mitten im Meer entdeckten wir das dunkle Eisengerippe eines weiteren Piers. Dabei handelt es sich um den West Pier, der bereits 1866 eröffnet wurde und einst zu den großen Attraktionen Brightons gehörte. Seit 1975 war er für Besucher geschlossen, Stürme setzten ihm zusätzlich zu und im Jahr 2003 wurde er schließlich durch zwei verheerende Brände weitgehend zerstört.

Heute steht nur noch das eiserne Gerippe des ehemaligen Piers im Meer. Gerade dieser Anblick hatte aber etwas Faszinierendes. Während auf dem Brighton Palace Pier Fahrgeschäfte, Spielhallen und Menschen für ordentlich Trubel sorgten, erinnerte nur wenige hundert Meter weiter die dunkle Silhouette des West Piers daran, wie anders die Strandpromenade hier früher einmal ausgesehen haben muss.
Unser Fazit zu Brighton
Brighton hat uns so gut gefallen, dass wir während unserer Englandreisen nicht nur einmal dort gelandet sind. Und vielleicht ist genau das das beste Fazit. Wir verbinden Brighton nicht mit einer einzelnen Sehenswürdigkeit, sondern mit ganz unterschiedlichen Erinnerungen. Für uns war es einfach ein ziemlich schöner Tag am Meer.
🐾 Weiterführende Links & Quellen
Weitere Informationen zum Brighton Palace Pier, findet ihr hier: Offizielle Webseite des Brighton Palace Pier
Das Upside Down House Brighton befindet sich ebenfalls an der Strandpromenade. Weitere Infos findet ihr hier: Offizielle Webseite des Upside Down House Brighton
