Manchmal braucht es ein paar alte Fotos, um sich an einen längst vergangenen Ausflug wieder ganz genau zu erinnern. Bei unserem Besuch in der Kubacher Kristallhöhle ist genau das passiert. Mein Sohn Martin war damals noch deutlich jünger und Emma war noch nicht Teil unserer Ausflüge. An diesem Tag hatten wir zunächst die Grube Fortuna besucht und waren dort tief in die Geschichte des Bergbaus eingetaucht.

Doch unser Ausflug unter die Erde war damit noch nicht beendet. Am Nachmittag ging es für uns weiter nach Weilburg-Kubach und dort erwartete uns eine völlig andere Unterwelt. Statt Bergbau, Maschinen und Grubenbahn standen nun gewaltige natürliche Hohlräume, Kristalle und Tropfsteinbildungen im Mittelpunkt.
Von der Grube Fortuna direkt zur Kristallhöhle
Die Kombination der beiden Ausflugsziele bietet sich geradezu an. Nach unserem Besuch der Grube Fortuna fuhren wir weiter zur Kubacher Kristallhöhle, die sich nicht weit entfernt befindet. Obwohl beide Ziele unter die Erde führen, könnten die Erlebnisse kaum unterschiedlicher sein.
Die Kubacher Kristallhöhle befindet sich in rund 350 Millionen Jahre altem Kalkstein. Sie ist die einzige Calcitkristallhöhle Deutschlands und ihre Wände sind mit unzähligen Kristallen und Perltropfsteinen überzogen.
456 Stufen führen hinab
Wer die Kubacher Kristallhöhle sehen möchte, muss sich den Weg in die Tiefe ein wenig erarbeiten. Insgesamt führt der Rundgang über 456 Treppenstufen. Der tiefste für Besucher zugängliche Punkt liegt ungefähr 70 Meter unter der Erdoberfläche und der Führungsweg ist mehr als 300 Meter lang.

Schon auf unseren Fotos sieht man, wie sich die Treppen durch den Fels ziehen. Mit jedem Schritt geht es weiter hinunter und irgendwann vergisst man beinahe, wie weit über einem inzwischen die Erdoberfläche liegt. Für Martin war das damals natürlich ein Abenteuer. Helm auf und ab in die Tiefe.
Plötzlich öffnet sich der Berg
Besonders beeindruckend fand ich die Dimensionen der Höhle. Nach den teilweise engeren Bereichen öffnen sich große natürliche Hohlräume. Der beeindruckendste davon ist die sogenannte Südhalle. Ihre Decke befindet sich rund 30 Meter über dem Höhlenboden. Damit besitzt die Kubacher Kristallhöhle die höchste Halle einer Schauhöhle in Deutschland.

Auf Fotos lässt sich diese Größe nur schwer wiedergeben. Wenn man unten zwischen Felswänden, Treppen und Geländern steht und nach oben schaut, bekommt man erst eine Vorstellung davon, welche Dimensionen sich hier unter der Erde verbergen.
Kristalle und Tropfsteine
Noch faszinierender wird es, wenn man sich die Felswände genauer anschaut. Überall finden sich mineralische Ablagerungen, Kristalle und Tropfsteinbildungen. Einige Bereiche wirken beinahe, als wären sie mit einer feinen weißen Schicht überzogen.

Die Kristalle entstanden durch kalkhaltiges Wasser, das über lange Zeit durch das Gestein sickerte. Gerade diese außergewöhnlichen Formationen machen Kubach zu etwas Besonderem.

Unsere damaligen Fotos sind technisch sicherlich nicht mit heutigen Aufnahmen vergleichbar. In einer dunklen Höhle zu fotografieren war mit den damaligen Kameras schließlich eine kleine Herausforderung.

Aber gerade deshalb mag ich diese Bilder heute. Sie zeigen unseren tatsächlichen Besuch und einige der Kristallformationen sind darauf erstaunlich gut zu erkennen.
Eine Höhle, die lange verborgen blieb
Auch die Entdeckungsgeschichte der Kubacher Höhlen ist spannend. Bereits 1881 wurde beim Phosphoritabbau in Kubach eine große Tropfsteinhöhle entdeckt. Ihre genaue Lage wurde damals allerdings nicht dokumentiert und sie konnte später nicht wiedergefunden werden.

Viele Jahrzehnte später begann man erneut nach den unterirdischen Höhlen zu suchen. Bei Bohrungen wurde schließlich die heutige Kristallhöhle entdeckt. Im Jahr 1974 betrat ein Bohrmeister die Höhle als erster Mensch. Danach begann die Erschließung. Ein etwa 150 Meter langer Zugangsstollen wurde angelegt und in den folgenden Jahren entstanden Treppen, Wege und Beleuchtungsanlagen. 1981 wurde die Kristallhöhle schließlich als Schauhöhle eröffnet.
Neun Grad – auch mitten im Sommer
Wer die Kristallhöhle besucht, sollte sich nicht von den Temperaturen draußen täuschen lassen. Unter der Erde herrschen ganzjährig nur ungefähr 9 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 85 Prozent.

Eine Jacke oder ein Pullover gehört deshalb unbedingt mit ins Gepäck, auch wenn draußen Hochsommer ist. Es sei denn man, ist nicht so kälteempfindlich wie Martin. Festes Schuhwerk würde ich ebenfalls empfehlen. Denn die bereits erwähnten 456 Stufen muss man nicht nur hinunter, man muss sie anschließend natürlich auch wieder hinauf.
Mit Kindern in die Kubacher Kristallhöhle
Für uns war die Höhle damals ein schönes Ausflugsziel mit Kind. Martin fand natürlich vor allem den Weg durch die Höhle spannend. Treppen, Helm, dunkle Gänge und plötzlich riesige Hallen. Das ist etwas anderes, als Geologie nur auf einer Informationstafel zu betrachten.

Heute dürfen Kinder aus bergrechtlichen Gründen erst ab fünf Jahren an einer Höhlenführung teilnehmen. Für Familien mit kleineren Kindern ist das ein wichtiger Punkt bei der Planung. Die eigentliche Führung dauert ungefähr 45 bis 60 Minuten.
Fotografieren ist erlaubt
Für mich natürlich ebenfalls wichtig: In der Kubacher Kristallhöhle darf während der Führung fotografiert werden. Sogar Blitzlicht ist erlaubt. Lediglich ein Stativ darf nicht verwendet werden. Natürlich sollte man beim Fotografieren darauf achten, die Führung nicht aufzuhalten und den Anschluss an die Gruppe nicht zu verlieren.

Wer gerne fotografiert, findet hier jedenfalls mehr als genug Motive. Kristalle, Tropfsteine, beleuchtete Felswände und die Dimensionen der großen Hallen sorgen für ganz besondere Bilder.
Kann Emma mit in die Kristallhöhle?
Heute würde sich bei unserer Ausflugsplanung natürlich sofort die Frage stellen: Kann Emma mit? Leider nein. Tiere dürfen weder in die Kristallhöhle noch in das Höhlenmuseum mitgenommen werden. Auf dem Außengelände des Höhlenhauses sind Tiere dagegen erlaubt.

Für einen Besuch mit Hund müsste man also eine entsprechende Betreuung organisieren. Bei unserem damaligen Ausflug stellte sich diese Frage noch nicht, Emma war damals noch nicht dabei.
Unser Fazit zur Kubacher Kristallhöhle
Unser Besuch liegt inzwischen einige Jahre zurück. Wenn ich mir heute die Fotos anschaue, kann ich mich trotzdem wieder gut an die gewaltigen Felswände und vor allem an die vielen Treppen erinnern. Die Kubacher Kristallhöhle ist kein Ausflugsziel, bei dem man stundenlang unterwegs sein muss. Gerade das macht sie aber zu einem schönen Bestandteil eines Tagesausflugs rund um Weilburg.

Die Führung ist überschaubar, gleichzeitig bekommt man etwas zu sehen, das es so an keinem anderen Ort in Deutschland gibt. Und wer anschließend wieder die letzten Stufen nach oben geschafft hat, weiß zumindest, was er an dem Tag gemacht hat.
🐾 Weiterführende Infos
Weitere Informationen zum Besuch in der Kubacher Kristallhöhle, findet ihr auf der offizielle Webseite: Kubacher Kristallhöhle
