Bei unserer Harz-Reise im April 2026, hatten wir eine Ferienwohnung in Braunlage. Wir haben viele Orte drum herum erkundet, aber natürlich durfte dieser als Erkundungsort nicht fehlen. Braunlage liegt in Niedersachsen, gehört zum Landkreis Goslar und hat ca. 5.000 Einwohner.
Bei unserem Spaziergang mit Emma führte uns der Weg vorbei an kleinen und großen Sehenswürdigkeiten, historischen Gebäuden und bekannten Ausflugszielen. Und manchmal war es gerade das Unscheinbare am Wegesrand, bei dem wir stehen blieben. Der Ort hat erstaunlich viele Geschäfte, Restaurants und Eisdielen. Es gibt sogar ein Schiesser Outlet, wo man günstiger einkaufen kann.
Hasselkopfloipe und Hasselkopf
In unseren Rundgang sind wir am Hasselkopf gestartet, wo unsere Ferienwohnung war. Hier gibt es schöne Spazierwege, was für Emma ideal gewesen ist.



Im Winter gehört das Gebiet zum Loipennetz rund um Braunlage. Aber auch ohne Schnee, lässt es sich hier wunderbar laufen. Für Emma bedeutete das vor allem eines, viel Platz zum Schnüffeln und Erkunden. Sie hatte hier auch die ein oder andere Hundebegegnung mit anderen, freundlichen Hunden.



Vom Hasselkopf reicht der Blick bis zum Wurmberg
Vom Hasselkopf aus hatten wir bei klarem Wetter einen schönen Blick in Richtung Wurmberg. Mit seinen 971 Metern ist der Wurmberg nicht nur Braunlages Hausberg, sondern zugleich der höchste Berg Niedersachsens.

Danach ging es für uns weiter runter, in Richtung Ortsmitte. Wir hatten keinen festen Plan und sind einfach drauf losgelaufen und wollten sehen, was wir interessantes finden.
Das Lokomobil-Schwungrad
Eine der ersten kleinen Sehenswürdigkeiten auf unserem Weg war das Lokomobil-Schwungrad, welches am ZOB von Braunlage zu finden ist. Ab 1860 waren im Oberharz Lokomobile im Einsatz, um z.B. Holz zu transportieren. In Braunlage fuhren sie bis ca.1973.



Ein riesiges altes Rad gehört vielleicht nicht zu den Dingen, wegen derer man eigens nach Braunlage fährt. Aber genau solche Relikte finden wir bei unseren Touren spannend. Sie erzählen etwas über die Geschichte eines Ortes und würden einem vermutlich entgehen, wenn man Braunlage nur mit dem Auto durchquert.
Schierker Feuerstein
Nicht weit entfernt folgte mit dem Schierker Feuerstein bereits die nächste Station. Es ist zwar auch keine Sehenswürdigkeit im klassischen Sinn, aber diese riesengroße Flasche, fanden wir einfach toll.


Schierker Feuerstein ist ein Kräuterlikör, der 1908 von Willy Drube in seiner Apotheke entwickelt wurde. Seine Geschichte gehört eng zum Harz und zur Region um Schierke und Braunlage. Es gibt sogar ein Museum zum Schierker Feuerstein in Wernigerode-Schierke.
Ein fast autofreies Braunlage
Während unseres Urlaubes hatten wir ungewöhnliches Glück, zumindest als Fußgänger. Aufgrund einer Baustelle war ein Teil von Braunlage für den Autoverkehr gesperrt. Wo sich normalerweise Autos durch den Ort bewegen, konnten wir deshalb ausgesprochen entspannt spazieren.


Mit Hund ist das natürlich besonders angenehm. Statt ständig auf den Verkehr achten zu müssen, konnten wir uns wesentlich mehr auf die Häuser, Geschäfte und kleinen Details am Straßenrand konzentrieren. Wenn wir selber mit dem Auto unterwegs waren, fanden wir es natürlich nicht lustig. Die Umwege für eigentlich 2 km, waren teilweise 20-30km, was bei jedem Ausflug Zeit gekostet hat.
Eine Gondel mitten im Ort
An der Lauterberger Straße/Ecke Herzog-Wilhelm-Straße stießen wir auf eine Gondel der Seilbahn. Eine Seilbahngondel mitten im Ort ist natürlich ein Blickfang und gleichzeitig ein schöner Hinweis darauf, wie eng Braunlage mit seinem Hausberg und dem Wintersport verbunden ist.

Die eigentliche Wurmbergseilbahn sollten wir auf unserer Runde später ebenfalls noch erreichen.
Das Wassermühlen-Monument
Weiter ging es zum Wassermühlen-Monument. Das große hölzerne Wasserrad lässt erahnen, welche Bedeutung die Wasserkraft früher für den Ort hatte. Braunlage entwickelte sich als Kur- und Wintersportort, war früher aber Zentrum für Forstwirtschaft, Hüttenwesen und andere Gewerbe.



Heute ist das Rad vor allem ein schönes Fotomotiv und eine dieser Sehenswürdigkeiten, an denen man vermutlich vorbeifährt, ohne sie richtig wahrzunehmen. Zu Fuß sieht die Sache allerdings ganz anders aus.
Mit Emma an der Warmen Bode entlang
Nach so viel Ortsgeschichte wurde es wieder etwas grüner. Unser Weg führte uns ein Stück an der Warmen Bode entlang. Sie fließt durch Braunlage und gehört einfach zum Ortsbild.


Für Emma war dieser Abschnitt natürlich wesentlich interessanter als irgendwelche historischen Gebäude. Überall gab es etwas zu riechen und zu untersuchen.
StrandBerg’s im Designhotel Viktoria
Zurück zwischen den Häusern kamen wir am Designhotel Viktoria mit dem StrandBerg’s Restaurant vorbei. Schon das Gebäude fällt auf: Die rote Holzfassade, der kleine Turm und die typische Harzer Architektur machen es zu einem Hingucker an der Straße.

Wir waren an diesem Tag allerdings nicht auf kulinarischer Entdeckungstour. Für uns ging es weiter zur nächsten historischen Station.
Die Trinitatis-Kirche
Kaum zu übersehen ist die rote Trinitatis-Kirche. Die heutige Kirche wurde 1887 bis 1889 errichtet. Die Holzfassade passt wunderbar in das Harzer Ortsbild und machte die Kirche für uns natürlich auch zu einem Fotomotiv.



Wer nur einen schnellen Blick auf das Gebäude wirft, übersieht allerdings zwei weitere geschichtliche Zeugnisse unmittelbar an der Kirche.
Die Luther-Eiche
Direkt an der Trinitatis-Kirche steht die Luther-Eiche. Diese Erinnerungsbäume begegnen einem in vielen deutschen Orten. Für uns gehörte die Eiche deshalb unmittelbar zur Erkundung des kleinen Areals rund um die Kirche.


Am 11.11.1917 wurde die Luthereiche im Gedenken an Martin Luther und sein wirken als Reformator gepflanzt. Und während wir Menschen wieder einmal Schilder und Gebäude betrachteten, hatte Emma vermutlich längst ganz andere interessante Dinge entdeckt.
Das Kriegsmahnmal
Vor der Kirche befinden sich außerdem ein Kriegsmahnmal. Es erinnert unter anderem an die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und des Ersten Weltkriegs. Später kam eine Gedenkstele für den Todesmarsch von 1945 hinzu.



Ein stiller Ort mitten im heutigen Braunlage, der daran erinnert, dass hinter einem modernen Ferienort immer auch eine lange Ortsgeschichte steht.
Gedenkstele an die Todesmärsche von 1945
Zwischen all den Sehenswürdigkeiten und schönen Eindrücken erinnert in Braunlage auch eine Gedenkstele an ein dunkles Kapitel der Geschichte.
Vom 6. bis 8. April 1945 wurden mehrere große Kolonnen von KZ-Häftlingen durch Braunlage getrieben. Unter Bewachung der SS befanden sie sich auf Todesmärschen aus den Lagern des KZ Mittelbau-Dora bei Nordhausen und des KZ Gandersheim. Viele der geschwächten Menschen überlebten diese Märsche nicht.

Die Gedenkstele erinnert heute an ihr Schicksal und mahnt mit den Worten:
„Ehre ihrem Andenken!“
Auch solche Orte gehören für uns zu einer Erkundung dazu. Sie sind keine Sehenswürdigkeit im klassischen Sinne, aber wichtige Erinnerungsorte, an denen man nicht einfach achtlos vorbeigehen sollte.
Die Herzog-Wilhelm-Straße
Anschließend führte unser Spaziergang wieder durch das lebendigere Braunlage. Von hier hatten wir einen schönen Blick über die Herzog-Wilhelm-Straße mit ihren Geschäften, Restaurants und Bars. Wegen Ostern waren manche Häuser auch österlich geschmückt.



Gerade weil die Straße aufgrund der Bauarbeiten deutlich ruhiger war als gewöhnlich, konnten wir Braunlage einmal aus einer etwas anderen Perspektive erleben. Normalerweise ist dies schließlich eine der zentralen Verkehrs- und Geschäftsachsen des Ortes.
Der Eichhörnchen-Brunnen
Und dann begegnete uns wieder eine dieser kleinen Sehenswürdigkeiten, die wir besonders mögen, der Eichhörnchen-Brunnen.


Gerade solche Figuren, Brunnen und kleinen Besonderheiten machen einen Spaziergang durch einen Ort interessant. Und wer mit offenen Augen unterwegs ist, entdeckt meist wesentlich mehr als erwartet.
Adventure Golfpark Braunlage
Unser nächster Wegpunkt war der Adventure Golfpark Braunlage. Hier wird Minigolf etwas anders gespielt als auf der klassischen Anlage mit Betonbahnen.

Für uns blieb es bei einem Blick auf die Anlage, schließlich hatten wir mit Emma noch einiges vor. Aber gut zu wissen, Hunde sind im Golfpark an der Leine erlaubt.
Das Eisstadion Braunlage
Mit seiner ungewöhnlichen Dachkonstruktion fällt das Eisstadion Braunlage sofort ins Auge und das schon von weitem. Und auch hier sind Hunde an der Leine erlaubt, allerdings natürlich nicht auf der Eisfläche wegen der Verletzungsgefahr für Hund und Mensch. Bei unserem Besuch, war es allerdings geschlossen.



Dass Wintersport in Braunlage Tradition hat, überrascht natürlich nicht. Bereits 1883 begann hier die Geschichte des Skilaufs, und 1892 wurde der Skiklub Braunlage gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts folgten immer mehr Wintersportanlagen und Veranstaltungen. Das Eisstadion zeigt eine weitere Seite dieses Wintersportortes.
Die Wurmbergseilbahn
Und dann standen wir schließlich an der Wurmbergseilbahn. Damit schloss sich für uns fast ein kleiner Kreis. Am Anfang unseres Beitrags hatten wir vom Hasselkopf hinüber zum Wurmberg geschau und nun standen wir an der Seilbahn, die hinauf auf Braunlages Hausberg führt.


Für viele Besucher gehört eine Fahrt auf den Wurmberg wahrscheinlich zu einem Braunlage-Urlaub dazu. Für uns hieß es diesmal jedoch, weiter zu Fuß. Hunde dürfen natürlich in der Gondel der Wurmbergseilbahn für 2 Euro mitfahren und eine Maulkorbpflicht, gibt es nicht.
Das Sanatorium Dr. Barner
Eine der kulturhistorisch interessantesten Sehenswürdigkeiten auf unserer Runde war das Sanatorium Dr. Barner. Das 1900 von Friedrich Barner gegründete Sanatorium ist weit mehr als irgendein altes Klinikgebäude. Der Jugendstil-Architekt Albin Müller prägte seine Gestaltung maßgeblich.



Seit 1994 steht das Ensemble aus Gebäuden, Ausstattung und Parkanlagen als Kulturdenkmal unter Schutz. Für seine Restaurierung erhielt es 2018 sogar den Europa Nostra Award mit Grand Prix. Von außen ahnt man kaum, was sich hinter den Mauern verbirgt.
Zum Abschluss in den Kurpark Braunlage
Zum Ende unserer Runde wurde es noch einmal richtig grün, denn wir erreichten den Kurpark Braunlage.



Die ersten Kuranlagen entstanden hier ab 1908. Heute besteht der Park aus einem unteren und einem oberen Bereich. Gerade der obere Kurpark war für unsere Runde interessant, denn hier befinden sich unter anderem die Steinklippe und das Von-Langen-Denkmal.
Emma entdeckt Alpakas
Doch Geschichte war Emma in diesem Moment ziemlich egal. Denn plötzlich gab es etwas wesentlich Spannenderes zu sehen: Alpakas! Die Tiere von AlpakHarz Tours standen auf ihrer Weide und selbstverständlich blieben sie von Emma nicht unbemerkt und mussten ausgiebig bestaunt werden.



Emma setzte sich hin und beobachtete die Alpakas ganz genau. Einige der Alpakas schienen mindestens genauso neugierig auf den Besucher vor ihrem Zaun zu sein. Für uns definitiv einer der schönsten kleinen Momente dieser Runde.
Die Steinklippe
Danach ging es hinauf zur Steinklippe. Der felsige Aussichtspunkt liegt im oberen Kurpark und bietet einen schönen Blick über Braunlage und die umliegenden Höhen. Auch der offizielle Von-Langen-Rundweg startet hier.


Nach unserem langen Spaziergang war das ein schöner Ort, um noch einmal stehen zu bleiben und zurück auf Braunlage zu schauen. Natürlich musste auch Emma die Aussicht begutachten.
Braunlage von oben
Von hier oben sieht Braunlage plötzlich ganz anders aus. Zwischen den Bäumen liegen die Häuser des Ortes unter uns, dahinter ziehen sich die bewaldeten und offenen Höhen des Harzes entlang.


Und genau solche Aussichtspunkte mögen wir besonders. Kein großes Spektakel, sondern einfach ein schöner Platz, an dem man ein paar Minuten bleiben und die Umgebung genießen kann.
Das Von-Langen-Denkmal
Auf der Steinklippe befindet sich außerdem das Von-Langen-Denkmal.
Es erinnert an Johann Georg von Langen (1699–1776), einen Forstreformer und Industriepionier, dessen Wirken eng mit Braunlage verbunden war. Er setzte sich unter anderem für eine planmäßige und nachhaltigere Forstwirtschaft ein und führte Mitte des 18. Jahrhunderts die Kartoffel in Braunlage ein.

Außerdem war er an der Gründung der Porzellanmanufaktur Fürstenberg beteiligt. Damit endete unsere Runde tatsächlich noch einmal mit einem Stück Braunlager Geschichte.
🐾 Unser Fazit: Braunlage lohnt sich auch abseits der großen Wanderwege
Braunlage verbinden wahrscheinlich die meisten zuerst mit Wurmberg, Wintersport und Wandern. Unser Spaziergang hat uns aber gezeigt, dass es sich lohnt, auch einmal direkt durch den Ort zu laufen.
Manchmal braucht es eben gar keine spektakuläre Wanderung. Ein Hund, gutes Wetter und genügend Zeit, auch einmal rechts und links des Weges zu schauen, reichen für ein kleines Pfoten-Abenteuer völlig aus. 🐾
Unser Tipp: Wer ohnehin in Braunlage Urlaub macht, sollte nicht nur zum Wurmberg fahren. Nehmt euch ruhig ein paar Stunden Zeit und erkundet den Ort zu Fuß. Viele der kleinen Sehenswürdigkeiten liegen direkt am Weg und mit einem Abstecher in den Kurpark lässt sich daraus eine abwechslungsreiche Runde mit Hund machen.
🐾 Weiterführende Links & Quellen
Weitere Informationen, offizielle Webseiten und die für diesen Beitrag verwendeten Quellen haben wir für euch auf unserer separaten Link- und Quellenseite zusammengestellt: Braunlage – Quellen & Links
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