Manchmal ergeben sich kleine Reisen ganz ungeplant. Diesmal führte mich keine unserer gemeinsamen Touren nach Braunschweig, sondern eine Fortbildung für die Arbeit. Emma musste deshalb ausnahmsweise zu Hause bleiben und verbrachte die Zeit bei Papa. Für mich hieß das aber natürlich nicht, dass ich nach Feierabend einfach im Ferienappartement sitzen bleiben konnte.
Also schnappte ich mir meine Kamera und machte mich auf den Weg, um Braunschweig zu erkunden. Und davon gab es einiges zu sehen. Da mein Aufenthalt im Dezember stattfand, hatte ich außerdem das Glück, die Stadt während des Weihnachtsmarktes zu erleben.
Braunschweig
Braunschweig ist eine Großstadt in Niedersachsen, mit ca. 253.000 Einwohnern. Die Stadt liegt im Harzer Umland und man gelangt in ca. 40 Minuten in den Harz. Bekannt ist Braunschweig für viele seiner historischen Sehenswürdigkeiten und die prachtvollen Bauten. Kommt mit auf meinen Rundgang durch Braunschweig, diesmal leider ohne vierbeinige Begleitung.
St. Michaelis
Meine Entdeckungstour führte mich zunächst zur St.-Michaelis-Kirche in der Echternstraße. Die erste romanische Kirche an dieser Stelle wurde bereits 1157 geweiht. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte kamen der Westturm und die Seitenschiffe hinzu, bis schließlich eine gotische Hallenkirche entstand.



Eine Besonderheit ist der gerade Chorabschluss, den es in dieser Form bei keiner anderen mittelalterlichen Kirche Braunschweigs gibt. Den Zweiten Weltkrieg überstand St. Michaelis weitgehend unbeschadet.
Volkswagen Halle
Einen deutlichen Kontrast zu den historischen Gebäuden der Innenstadt bildet die Volkswagen Halle. Die moderne Veranstaltungshalle liegt nahe der Oker und wird für ganz unterschiedliche Veranstaltungen genutzt. Von Sport über Konzerte bis hin zu Shows und Kongressen.


Bei einem Stadtrundgang ist sie zwar keine klassische historische Sehenswürdigkeit, gehört aber zum heutigen Stadtbild Braunschweigs und markierte auf meiner Tour den Übergang in Richtung Bürgerpark und Oker.
Oker und Kiryat-Tivon-Park
Braunschweig ist eng mit der Oker verbunden. Der Fluss wurde bereits im Mittelalter zur Verteidigung der Stadt genutzt und umfließt heute die Innenstadt in zwei Umflutgräben.

Auf meinem Weg kam ich außerdem am Kiryat-Tivon-Park vorbei, hatte allerdings keine Zeit, durch ihn hindurch zu laufen. Die Grünanlage trägt den Namen der israelischen Partnerstadt Kiryat Tivon und bietet zwischen Innenstadt und Oker einen angenehm ruhigen Gegenpol zu Straßen, Geschäften und historischen Bauwerken.
Lessing-Denkmal
Auf dem Lessingplatz erinnert ein Denkmal an Gotthold Ephraim Lessing. Der bedeutende Dichter der Aufklärung verbrachte seine letzten Lebensjahre in Wolfenbüttel und starb 1781 in Braunschweig.


Das Denkmal wurde nach einem Entwurf von Ernst Rietschel geschaffen und 1853 enthüllt. Lessing begegnet einem in Braunschweig an mehreren Stellen, denn sein Leben und Wirken sind eng mit der Region verbunden.
Paulinerchor
Der Paulinerchor wirkt auf den ersten Blick, als hätte er schon immer an dieser Stelle gestanden. Tatsächlich stammt er von der ehemaligen Dominikaner- beziehungsweise Paulinerkirche am Bohlweg.

Als diese abgerissen wurde, versetzte man den gotischen Chor 1902 Stein für Stein in den Bereich Hinter Aegidien. Heute gehört er zum Komplex des Braunschweigischen Landesmuseums und ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie historische Bausubstanz bewahrt und an einem anderen Ort neu aufgebaut wurde.
Braunschweigisches Landesmuseum
Direkt im ehemaligen Klosterbereich befindet sich ein Standort des Braunschweigischen Landesmuseums. Während das Vieweghaus am Burgplatz saniert wird, bleibt das Museum Hinter Aegidien ein wichtiger Ort für die Beschäftigung mit der Geschichte der Region.


Besonders interessant ist hier die Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte Niedersachsens. Schon das historische Umfeld aus Klosterräumen, Kreuzgang und Paulinerchor macht diesen Museumsstandort außergewöhnlich.
St. Aegidien
Die mächtige St.-Aegidien-Kirche gehört zu den beeindruckendsten mittelalterlichen Sakralbauten Braunschweigs. Ihre Geschichte beginnt mit einem 1115 gegründeten Benediktinerkloster.



Nachdem die romanische Klosterkirche beim Stadtbrand von 1278 zerstört worden war, entstand ein gotischer Neubau. Besonders der Chor gilt als außergewöhnlich, denn er ist in Braunschweig das einzige Beispiel der sogenannten Kathedralgotik. Das riesige Kirchenschiff wurde 1478 geweiht.

8. Aegidienmarkt
Der Aegidienmarkt erzählt von den starken Veränderungen, die Braunschweig im Laufe der Jahrhunderte erlebt hat. Einst gehörte das Gebiet zur Klosterfreiheit von St. Aegidien. Nach dem Abriss des alten Rathauses entstanden im 18. Jahrhundert barocke Gebäude.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Umgebung stark zerstört und später verkehrsgerecht umgebaut. Heute treffen hier historische Spuren, moderne Stadtgestaltung, Straßenverkehr und Stadtbahn unmittelbar aufeinander.
Das älteste durch eine Inschrift datierte Fachwerkhaus des Landes
Bei einem Rundgang durch eine so alte Stadt begegnet man immer wieder Gebäuden mit beeindruckenden Jahreszahlen. Besonders spannend fand ich deshalb auch den Abstecher zu einem der historischen Fachwerkhäuser, das mit seinem hohen Alter sofort neugierig macht.

Das Gebäude Ackerhof 2 im Magniviertel trägt die Jahreszahl 1432 auf einem Balken. Damit besitzt es die früheste bekannte inschriftliche Datierung eines Fachwerkbaus in Deutschland
Happy Rizzi Haus
Kaum ein Gebäude könnte einen größeren Gegensatz zur mittelalterlichen Architektur bilden. Das Happy Rizzi Haus fällt mit seinen bunten Fassaden, Herzen, Augen, Sternen und fröhlichen Gesichtern sofort auf. Entworfen wurde das ungewöhnliche Gebäude vom amerikanischen Pop-Art-Künstler James Rizzi.



Zwischen den historischen Häusern des Magniviertels wirkt es fast wie eine begehbare Comiczeichnung und ist heute eines der bekanntesten und meistfotografierten modernen Wahrzeichen Braunschweigs. Seit 2001 macht es die Stadt Braunschweig bunt.
Residenzschloss mit Quadriga und Schlossplatz
Das Braunschweiger Residenzschloss sieht historisch aus, seine heutige Gestalt ist jedoch eine Rekonstruktion. Das ursprüngliche Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und später abgerissen.



Beim Wiederaufbau wurden mehr als 600 erhaltene Originalteile in die Fassade integriert. Besonders beeindruckend ist die Quadriga auf dem Dach: Die von Brunonia gelenkte Figurengruppe ist rund neun Meter hoch und gilt als größte Quadriga Europas.
Herzog-Karl-Denkmal
Auf dem Schlossplatz begegnete mir mit dem Herzog-Karl-Denkmal ein weiteres Stück Braunschweiger Geschichte. Reiterstandbilder und Denkmäler erinnern hier an die Zeit, in der Braunschweig Residenzstadt der Welfen war.

Gerade zusammen mit der rekonstruierten Schlossfassade entsteht rund um den Platz ein interessantes Zusammenspiel aus historischer Erinnerung und moderner Innenstadt.
Schloss-Arkaden
Direkt hinter der historischen Fassade des Residenzschlosses befindet sich etwas, das man von außen zunächst kaum vermuten würde, ein modernes Einkaufszentrum.



Die Schloss-Arkaden verbinden Einzelhandel und Gastronomie mit der rekonstruierten Schlossarchitektur. Diese Kombination ist durchaus ungewöhnlich und zeigt sehr deutlich, wie Braunschweig historische Formen in eine moderne Nutzung integriert hat. Es gibt mehrere Stockwerke mit vielen verschiedenen Geschäften. Die Restaurants laden beim Besuch zum verweilen ein.
St. Magni
Die Magnikirche ist für die Geschichte Braunschweigs von ganz besonderer Bedeutung. In ihrer Weiheurkunde aus dem Jahr 1031 taucht der Name „Brunesguik“ auf, die älteste bekannte schriftliche Erwähnung der Stadt.



Damit führt ein Besuch von St. Magni gewissermaßen zu den schriftlich belegten Anfängen Braunschweigs zurück. Die heutige Kirche ist geprägt von späteren Umbauten und Veränderungen, bildet aber noch immer den historischen Mittelpunkt des Magniviertels.
Magniviertel
Rund um St. Magni zeigt sich Braunschweig von einer besonders schönen Seite. Kopfsteinpflaster, verwinkelte Gassen und historische Fachwerkhäuser prägen das Magniviertel, eines der ältesten erhaltenen Viertel der Stadt.

Einige Häuser stammen in ihren ältesten Teilen noch aus dem späten Mittelalter. Nach all den größeren Straßen und repräsentativen Gebäuden fühlte sich der Spaziergang durch diese kleinen Gassen beinahe wie ein Wechsel in eine andere Zeit an.
Herzog Anton Ulrich-Museum und Kupferstichkabinett
Das Herzog Anton Ulrich-Museum zählt zu den ältesten Kunstmuseen Europas und besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen Alter Meister in Deutschland. Zu den vertretenen Künstlern gehören unter anderem Rembrandt, Rubens und Vermeer.


Neben Gemälden gehören Skulpturen, Kunsthandwerk und das Kupferstichkabinett zu den Sammlungen. Selbst wenn man das Museum nicht ausführlich besucht, ist bereits der repräsentative Museumsbau einen Blick wert.
Städtische Musikschule – Zweigstelle Magnitorwall
Auf meinem Weg vom Herzog Anton Ulrich-Museum in Richtung Staatstheater kam ich am Magnitorwall an einem weiteren repräsentativen Gebäude vorbei. Heute wird es von der Städtischen Musikschule genutzt und bildet eine Zweigstelle zur eigentlichen Musikschule.

Zwischen Museum und Theater passt die Musikschule fast perfekt in dieses kulturell geprägte Viertel und war für mich zunächst eines jener Gebäude, bei denen man automatisch stehen bleibt und sich fragt, welche Geschichte sich wohl dahinter verbirgt.
Staatstheater Braunschweig
Das Staatstheater gehört zu den großen Kulturinstitutionen der Stadt. Bereits im 19. Jahrhundert entstand an dieser Stelle das damalige Hoftheater. Heute umfasst das Staatstheater mehrere Sparten und prägt mit seinem historischen Gebäude den Theaterpark.


Cimiotti-Brunnen
Direkt beim Staatstheater befindet sich der Cimiotti-Brunnen. Das Kunstwerk stammt von dem Bildhauer Emil Cimiotti und unterscheidet sich deutlich von den historischen Brunnen, die einem an anderen Stellen Braunschweigs begegnen.

Der Cimiotti-Brunnen verschönert seit 2012 den Platz vor dem Staatstheater Braunschweig.
St. Katharinen
Am Hagenmarkt steht mit St. Katharinen eine weitere der großen historischen Kirchen Braunschweigs. Mit ihrem Bau wurde um 1200 begonnen. Ab etwa der Mitte des 13. Jahrhunderts wandelte man die ursprünglich romanische Basilika zu einer gotischen Hallenkirche um.



Besonders markant sind die Türme und die aufwendig gestalteten gotischen Fenster. Zwischen den vielen unterschiedlichen Kirchen der Stadt besitzt St. Katharinen dadurch einen ganz eigenen Charakter.
Löwenbrunnen
An der Nordseite von St. Katharinen entdeckte ich den Löwenbrunnen. Sein Entstehungsjahr ist nicht ganz klar. Es ist die Rede von 1822 oder 1842. Der historische Brunnen diente einst unter anderem als Wasserstelle für Marktbesucher und als Pferdetränke.

Der kleine Löwe auf dem Brunnen erinnert natürlich sofort an das Wappentier der Stadt. Nach Jahren der Einlagerung (ab 2003) während Bauarbeiten, kehrte der Brunnen schließlich 2012 wieder an seinen ursprünglichen Platz zurück.
Alte Waage
Die Alte Waage ist eines der Gebäude, bei denen man zweimal hinschauen sollte. Das prächtige Fachwerkhaus wurde ursprünglich im 16. Jahrhundert errichtet und diente unter anderem zum Wiegen und Verzollen von Waren.



Im Zweiten Weltkrieg wurde es vollständig zerstört. Das heutige Gebäude entstand als detailgetreue Rekonstruktion. Dadurch vermittelt es dennoch sehr anschaulich einen Eindruck davon, wie reich die Braunschweiger Fachwerkarchitektur einst gewesen sein muss.St. Andreas
St. Andreas
Die Andreaskirche gehört zu den großen mittelalterlichen Kirchen der Stadt und fällt vor allem durch ihren mächtigen Westbau auf. Ihre Geschichte reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück.



Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach erweitert und verändert. Besonders bemerkenswert ist ihre Verbindung mit dem historischen Handwerkerviertel rund um den Wollmarkt und die Alte Waage.
St. Petri
Auch St. Petri gehört zu den historischen Hauptkirchen Braunschweigs. Ein früher Kirchenbau wurde beim großen Stadtbrand von 1256 zerstört, woraufhin ein Neubau entstand.



Später entwickelte sich die Kirche zu einer gotischen Hallenkirche. Der heutige spitze Turmhelm entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder und gibt St. Petri dennoch ihre weithin sichtbare Silhouette zurück.
Eulenspiegelbrunnen
Natürlich darf in Braunschweig auch Till Eulenspiegel nicht fehlen. Der Eulenspiegelbrunnen erinnert an eine seiner bekanntesten Geschichten, nach der er in Braunschweig als Bäckergeselle gearbeitet und statt normaler Brote Eulen und Meerkatzen gebacken haben soll.



Rund um den Brunnen greifen Figuren diese Erzählung auf. Eine Sehenswürdigkeit mit deutlich mehr Augenzwinkern als die vielen Kirchen und historischen Herrscherdenkmäler auf meiner Route.
Altstadtrathaus
Das Altstadtrathaus gehört zu den bedeutendsten gotischen Profanbauten Norddeutschlands. Es entstand über mehrere Bauphasen und beeindruckt besonders mit seinen Arkaden und den Figuren an der Fassade. Der Bau wurde vom 13. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet.



Früher war es politisches Zentrum der Braunschweiger Altstadt. Ein schönes Detail findet sich an der Außenwand. Dort ist mit der Braunschweiger Elle sogar ein historisches Längenmaß erhalten. Im Inneren befindet sich eine Dauerausstellung des Städtischen Museum Braunschweig, welche sich mit der Geschichte der Stadt befasst.
Stechinellihaus
Mit seiner aufwendig gestalteten Fassade fällt das Stechinellihaus zwischen den historischen Gebäuden der Innenstadt sofort auf. Seinen Namen verdankt es Francesco Maria Capellini, genannt Stechinelli, der im Dienst der Welfen zu Wohlstand und Einfluss gelangte.

Erbaut wurde es um 1630, erhielt 1690 eine Umgestaltung und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Das Gebäude erinnert nicht nur an die Architektur vergangener Jahrhunderte, sondern auch an eine außergewöhnliche Persönlichkeit der Braunschweiger Geschichte.
Altstadtmarkt mit Marienbrunnen
Der Altstadtmarkt ist einer der schönsten historischen Plätze Braunschweigs. Rundherum stehen mit Altstadtrathaus, Gewandhaus und St. Martini gleich mehrere bedeutende Bauwerke. In seiner Mitte befindet sich der Marienbrunnen.



Bereits im Mittelalter war der Platz wirtschaftliches Zentrum der Altstadt. Bis heute findet hier regelmäßig Wochenmarkt statt – eine schöne Verbindung zwischen jahrhundertealter Tradition und ganz normalem Stadtleben.
St. Martini
Direkt am Altstadtmarkt erhebt sich die Martinikirche. Der Bau begann um 1190 zunächst als romanische Basilika, wurde später jedoch zu einer gotischen Hallenkirche umgestaltet.



Besonders auffällig sind die reich verzierten gotischen Giebel, die ich sowohl am Abend als auch bei Tageslicht fotografieren konnte. Gemeinsam mit Rathaus, Gewandhaus und Marienbrunnen prägt St. Martini das historische Bild des Altstadtmarktes.



Amtsgericht
Auch das Amtsgericht gehörte zu den repräsentativen Gebäuden, an denen ich während meines Rundgangs vorbeikam. Es liegt etwas versteckt, direkt hinter St. Martini.


Das Amtsgericht befindet sich im Landschaftlichen Haus, einem Gebäude im klassizistischen Stil aus dem 18. Jahrhundert. Herzog Karl Wilhelm Ferdinand hat es durch den Architekten Christian Gottlob Langwagen erbauen lassen.
Gewandhaus
Das Gewandhaus am Altstadtmarkt wurde bereits 1303 erwähnt. Es diente den Gewandschneidern als Lager-, Verkaufs- und Versammlungshaus und erinnert damit an die große wirtschaftliche Bedeutung der mittelalterlichen Stadt.



Besonders bekannt ist sein prachtvoller Renaissancegiebel. Von der Seite wirkt das Gebäude dagegen überraschend schlicht: Eine lange Natursteinfassade und das mächtige rote Dach bestimmen dort das Bild.


Altes Zoll- und Landwehrhaus
Unmittelbar am Gewandhaus steht ein auffälliges Fachwerkhaus: das Alte Zoll- und Landwehrhaus, auch Rüninger Zollhaus genannt. Ursprünglich wurde es 1643 in Rüningen errichtet.


Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es abgetragen und am Altstadtmarkt wieder aufgebaut. Heute ergänzt es das historische Ensemble und erinnert zugleich an die Fachwerkbebauung, die früher wesentlich stärker das Bild dieses Bereichs bestimmte.
Poststraße und Kornmarktbrunnen
Mein Rundgang führte mich anschließend durch die Poststraße zum Kornmarkt. Der Kornmarkt gehört zu den historischen Platzräumen der Altstadt und erhielt seinen Namen durch den früher dort stattfindenden Getreidehandel.


Der Kornmarktbrunnen entstand im Jahre 1868/69 und greift die Geschichte des Platzes auf. Er wurde im Stil der Neorenaissance gebaut und steht unter Denkmalschutz
Kornmarkt und Altstadt
Rund um den Kornmarkt lässt sich noch einmal wunderbar durch die Braunschweiger Altstadt schlendern. Historische Gebäude wechseln sich mit späteren Ergänzungen ab, und immer wieder öffnen sich kleine Plätze und Gassen.



Nach den großen Sehenswürdigkeiten fand ich gerade solche Abschnitte spannend, weil man hier weniger auf ein einzelnes Bauwerk schaut und stattdessen die Atmosphäre der Stadt auf sich wirken lassen kann.
Dom St. Blasii
Der Braunschweiger Dom St. Blasii gehört zu den wichtigsten Bauwerken der Stadt. Heinrich der Löwe ließ ihn ab 1173 als Stiftskirche errichten.



Im Dom befinden sich unter anderem das Grabmal Heinrichs und seiner Frau Mathilde sowie bedeutende Kunstwerke der Romanik. Gemeinsam mit Burg Dankwarderode und dem Braunschweiger Löwen bildet der Dom das historische Herz der Stadt.
Rathaus
Direkt am Platz der Deutschen Einheit erhebt sich das Neue Rathaus mit seinem markanten Turm. Der neugotische Bau stammt aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Besonders beeindruckend ist der 61 Meter hohe Rathausturm.



Wer die 161 Stufen hinaufsteigt, kann von oben über die Innenstadt blicken. Während meines Besuchs bildete das Rathaus zugleich eine der eindrucksvollen Kulissen des Weihnachtsmarktes.
Burg Dankwarderode
Gleich neben dem Dom steht die Burg Dankwarderode. Heinrich der Löwe ließ hier im 12. Jahrhundert seine Residenz errichten. Die heutige Burg ist allerdings zu großen Teilen eine Rekonstruktion aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.



Zusammen mit Dom und Löwendenkmal macht sie den Burgplatz zu einem der geschichtlich bedeutendsten Orte Braunschweigs. Im Dezember sorgten die Weihnachtsmarktstände davor für eine ganz besondere Kulisse.
Nussknacker Bruno und der Braunschweiger Weihnachtsmarkt
Bei einem Dezemberbesuch in Braunschweig führt eigentlich kein Weg am Weihnachtsmarkt vorbei. Zwischen Dom, Burg und Rathaus stehen die Buden vor einer Kulisse, die dafür kaum passender sein könnte. Ein besonders auffälliger Bewohner des Weihnachtsmarktes ist der sechs Meter hohe Nussknacker Bruno.

Seit 2002 gehört er zum Markt und stand bei meinem Besuch am Langen Hof direkt neben dem Rathaus. Zwischen all den historischen Sehenswürdigkeiten durfte deshalb natürlich auch ein Foto mit Bruno nicht fehlen.
Braunschweiger Löwe
Er ist das Wahrzeichen der Stadt, der Braunschweiger Löwe auf dem Burgplatz. Heinrich der Löwe ließ das bronzene Standbild vermutlich zwischen 1164 und 1181 errichten.

Das Original befindet sich heute geschützt im Museum. Auf dem Burgplatz steht eine Kopie. Der Löwe gilt als eines der ältesten erhaltenen freistehenden Großstandbilder des Mittelalters und begegnet einem als Symbol der Stadt während eines Braunschweig-Besuchs immer wieder.
Säule „2000 Jahre Christentum“
Auf dem Ruhfäutchenplatz, unmittelbar neben Dom und Burg, steht die neun Meter hohe Säule „2000 Jahre Christentum“. Der Braunschweiger Bildhauer Jürgen Weber gestaltete das Kunstwerk mit zahlreichen übereinander angeordneten Szenen aus der Geschichte des Christentums.

Von weitem wirkt die Säule beinahe wie ein ungewöhnlicher Brunnen oder eine Siegessäule. Erst aus der Nähe erkennt man, wie viele einzelne Figuren und Geschichten sich auf ihrer Oberfläche verbergen.
Oberlandesgericht
Das Oberlandesgericht Braunschweig ist ein weiteres repräsentatives Gebäude auf meiner Route. Als eines der zentralen Gerichte Niedersachsens steht es für eine ganz andere Seite der Stadt als die mittelalterlichen Kirchen und Fachwerkviertel.


Architektur und Funktion erzählen von Braunschweigs Entwicklung über die historische Residenz- und Handelsstadt hinaus zu einem modernen Verwaltungs- und Justizstandort. Das Oberlandesgericht befindet sich in einem ehemaligen Bankgebäude. Es wurde im Jahre 1853 im Renaissance Stil erbaut.
St. Ulrici-Brüdern
Die Brüdernkirche St. Ulrici-Brüdern gehörte ursprünglich zu einem Franziskanerkloster im Jahre 1209. Der gotische Kirchenbau entstand über mehrere Bauphasen und präsentiert sich vergleichsweise schlicht, aber gerade dadurch sehr eindrucksvoll.



Auf meinem Rundgang konnte ich die Kirche von mehreren Seiten fotografieren. Besonders die großen gotischen Fenster und die historische Klosteranlage machen deutlich, wie weit ihre Geschichte zurückreicht.
Hauptbahnhof und BraWoPark
Am Ende meines Rundgangs ging es wieder in Richtung Hauptbahnhof, um zu meinen Lieben nach Hause zu fahren. Das Bahnhofsgebäude steht für das moderne Braunschweig und ist für viele Besucher der erste und letzte Eindruck der Stadt.

Direkt gegenüber beziehungsweise in unmittelbarer Nähe befindet sich der BraWoPark mit Geschäften und weiteren Angeboten. Nach all den historischen Plätzen, Kirchen und Fachwerkhäusern war damit endgültig wieder die Gegenwart erreicht.
Eine Pause bei UT’N Grooten Pott
Da ich täglich bei der Fortbildung war und es nur eine kurze Mittagspause gab, musste schnell etwas warmes her. Einheimische haben mir von UT’N Grooten Pott erzählt, einer Suppenbar. Dort gibt es leckere Suppen/Eintöpfe und ein wechselndes Angebot. Es gibt leider nur Stehplätze draußen, aber im Winter wenigstens Heizstrahler, damit man beim Essen nicht einfriert.


Die Gerichte waren sehr lecker, reichhaltig und das Personal sehr nett. Gerade bei einer mehrtägigen Fortbildung ist es schön, einen Ort zu finden, an dem man zwischendurch gemütlich etwas essen und neue Energie für die nächste Runde sammeln kann.
Braunschweig im Advent – der Weihnachtsmarkt als besondere Zugabe
Dass ich ausgerechnet im Dezember in Braunschweig war, erwies sich für meine Stadterkundungen als echter Glücksfall. Sobald es dunkel wurde, veränderte sich die Atmosphäre rund um Burgplatz, Dom und Rathaus vollständig. Lichterketten, Weihnachtsbäume und Marktstände standen zwischen den historischen Gebäuden und machten aus Orten, die ich teilweise bereits bei Tageslicht gesehen hatte, noch einmal völlig neue Fotomotive.


Besonders schön fand ich die Verbindung aus Weihnachtsmarkt und historischen Sehenswürdigkeiten. Wer Braunschweig in der Adventszeit besucht, bekommt deshalb eigentlich zwei Stadtansichten auf einmal: tagsüber eine geschichtsträchtige Löwenstadt und nach Einbruch der Dunkelheit eine stimmungsvoll beleuchtete Weihnachtsstadt.
Mein Fazit zu Braunschweig
Eigentlich war ich wegen einer Fortbildung in Braunschweig und am Ende wurde daraus nebenbei eine ziemlich umfangreiche Städtereise. Besonders überrascht hat mich, wie unterschiedlich die Stadt ist.
Diesmal musste Emma all diese Kilometer nicht mitlaufen. Sie blieb gemütlich zu Hause bei Papa, während ich nach meiner Fortbildung mit der Kamera durch Braunschweig zog. Aber vielleicht bekommt die Löwenstadt irgendwann noch eine zweite Chance und dann mit vier Pfoten an meiner Seite, denn das macht viel mehr Spaß.
🐾 Weiterführende Links & Quellen
Weitere Informationen, offizielle Webseiten und die für diesen Beitrag verwendeten Quellen haben wir für euch auf unserer separaten Link- und Quellenseite zusammengestellt: Braunschweig – Quellen & Links
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