Duderstadt liegt im südlichen Niedersachsen mitten im Eichsfeld und gehört zu den Städten, bei denen sich ein Rundgang besonders lohnt. Die historische Altstadt ist erstaunlich geschlossen erhalten geblieben und wird von mehr als 600 Fachwerkhäusern aus unterschiedlichen Epochen geprägt. Dazwischen finden sich Kirchen, Brunnen, Skulpturen und immer wieder Spuren der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Duderstadt mit Hund lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden und so haben wir uns gemeinsam mit Emma auf den Weg gemacht und zahlreiche Sehenswürdigkeiten entdeckt.
Parken in Duderstadt
In Duderstadt gibt es mehrere Möglichkeiten zu parken, aber wir haben uns für den Großraumparkplatz entschieden, da dieser relativ zentral gelegen ist. Die Parkgebühren dort können bequem per App bezahlt werden.
Duderstadt mit Hund: Rundgang durch die Altstadt
Direkt am Großraumparkplatz befinden sich Teile der Stadtmauer im Nordwesten der Stadt.. Die ursprünglich rund 1,7 Kilometer lange Mauer entstand im 13. Jahrhundert und war Teil eines ausgeklügelten Befestigungssystems aus Mauern, Wall, Gräben und Warten. Besonders schön verbindet sich die historische Mauer mit den grünen Wallanlagen, die die Altstadt umgeben.


Unser nächstes Ziel war der Pferdebrunnen in unmittelbarer Nähe der St.-Servatius-Kirche. Dass ausgerechnet hier Pferde dargestellt werden, ist kein Zufall, denn bereits seit dem 15. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle der Duderstädter Pferdemarkt. Hier haben Bauern, Pferdezüchter und Ackerbürger ihre Arbeitstiere verkauft. Heute ist der Brunnen ein schöner Einstieg in die historische Altstadt und erinnert gleichzeitig an einen Teil des früheren Wirtschaftslebens der Stadt.

Direkt am unteren Ende der Marktstraße erhebt sich St. Servatius, die deshalb auch als „Unterkirche“ bezeichnet wird. Mit dem Bau der spätgotischen, dreischiffigen Hallenkirche wurde um 1370 begonnen und der Bau dauerte bis ca. 1520. Nach einem schweren Brand im Jahr 1915 wurde die Kirche restauriert und erhielt eine Ausstattung im ausgehenden Jugendstil. Auch der heutige 64 Meter hohe Turm entstand beim Wiederaufbau.



Entlang der Marktstraße
Von St. Servatius führt die Marktstraße, wo auch regelmäßig der Markt stattfindet, mitten durch die historische Altstadt bis hinauf zur Basilika St. Cyriakus. Auffällig ist vor allem ihre ungewöhnliche Breite. Die Straße ist von historischen Fachwerkhäusern gesäumt. Es gibt hier mehr als 600 bunte Fachwerkhäuser unterschiedlicher Stilepochen. Mitten durch die Marktstraße fließt außerdem die Brehme. Duderstadt gehört zu den besonders sehenswerten Fachwerkstädten Deutschlands.



Auf der Marktstraße begegneten wir auch einem Stück jüngerer deutscher Geschichte: dem Wiedervereinigungsbrunnen, der eigentlich eher eine Skulptur innerhalb des Wasserlaufs der Brehme ist. Geschaffen wurde das Kunstwerk von Karl-Henning Seemann und 1994 im Rahmen der Landesgartenschau errichtet. Zwei Figuren bewegen sich aufeinander zu, scheinen sich jedoch trotz ihrer Nähe nicht berühren zu können.


Nur wenige Schritte weiter führt Duderstadt noch wesentlich weiter zurück in die Vergangenheit. Der Pranger erinnert an eine Zeit, in der Rechtsprechung und Bestrafung nicht hinter verschlossenen Türen stattfanden, sondern bewusst öffentlich sichtbar gemacht wurden. Menschen, die gegen geltendes Recht verstoßen hatten, konnten am Pranger zur Schau gestellt und damit zusätzlich gesellschaftlich gedemütigt werden.



Eines der beeindruckendsten Gebäude unseres Rundgangs ist das historische Rathaus. Seine Baugeschichte lässt sich bis ins Jahr 1302 zurückverfolgen. Ursprünglich entstand hier ein „Kophus“, also ein Kaufhaus für die Händler der Stadt. Später wurde das Gebäude unter anderem als Rathaus, Verwaltungs- und Gerichtsgebäude genutzt. Der Südflügel entstand 1432, Laube und Fachwerk um 1530 und die Renaissance-Treppe 1673/74. Im Inneren kann man sogar auf neun Ebenen vom historischen Gewölbekeller bis hinauf in den Turm auf Entdeckungsreise gehen.



Etwas abseits der großen Marktstraße erreichten wir den Gropenmarkt. Auch hier begegnet uns mit dem Brunnen wieder das Element Wasser, das an vielen Stellen zum Duderstädter Stadtbild gehört. Der historische Platz ist von Fachwerkbebauung umgeben und wirkt deutlich kleiner und ruhiger als die breite Marktstraße.


Zurück am Rathaus lohnt sich auch ein Blick auf den Ratskeller. Gewölbekeller gehörten bei mittelalterlichen Rathäusern häufig zu den Funktionsräumen. Auch in Duderstadt ist der historische Ratsweinkeller Teil des Rathauskomplexes. Die alten Kellergewölbe reichen unter das Gebäude. Sie gehören zur Erlebnisstation des Rathauses. Neben dem Ratsweinkeller befinden sich dort die sogenannte Salzkammer und Bereiche, die sich mit der früheren Gerichtsbarkeit beschäftigen.


Auf unserem weiteren Weg kamen wir an der Mariensäule vorbei. Religiöse Bildwerke gehören im katholisch geprägten Eichsfeld zum Stadt- und Landschaftsbild. Die auf einer hohen Säule stehende Marienfigur fällt bereits aus einiger Entfernung ins Auge und bildet einen interessanten Kontrast zu den umliegenden Fachwerkfassaden. So ist sie nicht nur ein religiöses Denkmal, sondern auch ein markanter Orientierungspunkt auf dem Weg durch die obere Marktstraße.



Rund um St. Cyriakus
Zwischen Mariensäule und St. Cyriakus steht der Schützenbrunnen, der deutlich jünger ist, als man angesichts der historischen Umgebung vielleicht zunächst vermuten würde. Geschaffen wurde er 1997 vom Bildhauer Rudi Pabel anlässlich des Jubiläums „750 Jahre Braunschweigische Stadtrechte in Duderstadt“. Der Brunnen erinnert an die lange Tradition der Duderstädter Schützengesellschaft und ihre enge Verbindung mit der Stadt.



Zwischen all den jahrhundertealten Fachwerkhäusern und historischen Denkmälern begegnet einem in Duderstadt auch moderne Kunst. Dazu gehört die „Frau mit Pfeil“, die mit ihrer Gestaltung einen auffälligen Kontrast zur historischen Umgebung bildet. Die Figur lädt dazu ein, einmal genauer hinzusehen und die eigene Interpretation zu finden.


Ein weiteres religiöses Kunstwerk auf unserem Rundgang ist die Statue des heiligen Johannes Nepomuk. Der böhmische Priester und Märtyrer lebte im 14. Jahrhundert und wurde 1729 heiliggesprochen. Besonders häufig findet man seine Darstellungen an Brücken und Gewässern, da er unter anderem als Schutzpatron gegen Wassergefahren gilt. Typischerweise ist Nepomuk in priesterlicher Kleidung mit einem Kreuz dargestellt.

Direkt vor der St.-Cyriakus-Kirche erinnert ein Denkmal an Kardinal Georg von Kopp, der 1837 in Duderstadt geboren wurde. Der Sohn eines Webers schlug eine bedeutende kirchliche Laufbahn ein und wurde zunächst Bischof von Fulda, später Fürstbischof von Breslau und schließlich Kardinal. Seine Heimatstadt ernannte ihn zum Ehrenbürger. Das imposante Denkmal vor der Basilika erinnert bis heute an den bekannten Sohn Duderstadts.

Am oberen Ende der Marktstraße angekommen, standen wir schließlich vor einem der Wahrzeichen Duderstadts, der Basilika St. Cyriakus. Wegen ihrer erhöhten Lage wird sie traditionell „Oberkirche“ genannt, aufgrund ihrer Größe trägt sie außerdem den Beinamen „Eichsfelder Dom“. Der heutige gotische Kirchenbau entstand in mehreren Bauphasen, um 1240. Zu erst wurde der Westbau und der Nordturm errichtet. Besonders markant sind die beiden hohen Türme, die gemeinsam mit St. Servatius die Silhouette der Stadt bestimmen.



Der Grenzpfahlbrunnen erinnert an die jahrzehntelange Teilung Deutschlands und die ehemalige innerdeutsche Grenze ganz in der Nähe von Duderstadt. Zwei bronzene Figuren stemmen sich von beiden Seiten gegen die Grenzpfähle und machen die Überwindung der einstigen Trennung auf eindrucksvolle Weise sichtbar. Mehr als vier Jahrzehnte lang lag Duderstadt unmittelbar am Rand der DDR. Was heute bei einem Spaziergang durch die offene Landschaft kaum noch vorstellbar ist, bestimmte damals den Alltag der Menschen in der Region.


Durch die Wallanlagen zum Westerturm
Ein sehr viel ernsterer Punkt unseres Rundgangs ist das Denkmal „Die Geknechtete“. Es erinnert an das KZ-Außenlager Duderstadt und damit an eines der dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte während der nationalsozialistischen Herrschaft. In Duderstadt mussten während des Zweiten Weltkriegs KZ-Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten.


Auch das Kriegerdenkmal erinnert an Krieg, Tod und die Folgen gewaltsamer Auseinandersetzungen. Solche Denkmäler entstanden vielerorts zunächst zur Erinnerung an gefallene Soldaten und wurden nach späteren Kriegen häufig ergänzt oder in ihrer Bedeutung erweitert. Heute sind sie vor allem Orte des Gedenkens und der Mahnung.

Mit dem Ursulinenkloster erreichten wir anschließend einen Ort, dessen Geschichte eng mit Bildung verbunden ist. Das Kloster wurde im Jahr 1700 von Erfurter Ursulinen gegründet, die sich insbesondere der Erziehung und Ausbildung junger Mädchen widmeten. Zwischen 1735 und 1740 wurde die Anlage erweitert. Im Konventgebäude findet bis heute aktives Klosterleben statt.


Die heutige Liebfrauenkirche des Ursulinenklosters wurde bereits im 15. Jahrhundert erbaut. Die heutige Kirche entstand jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts. 1889 wurde der Grundstein gelegt, 1890 erfolgte die Weihe. Der neuromanische Bau aus rotem Sandstein besitzt Rundbogenfriese, Lisenen und eine markante Apsis, die von zwei schlanken Türmen flankiert wird. Damit unterscheidet sich die Kirche deutlich von den gotischen Hauptkirchen Duderstadts.



In der Christian-Blank-Straße erinnert eine Gedenkstele an die ehemalige Synagoge von Duderstadt. Das 1898 eingeweihte Gotteshaus wurde während der Novemberpogrome am 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört. Die Stele erinnert zugleich an die Familie Cohn, die 1938 in der Lehrerwohnung der Synagoge lebte. Heute hält die Gedenkstätte die Erinnerung an die jüdische Gemeinde und ihre Verfolgung während der NS-Zeit wach.

An der Ecke Westertorstraße und Am Pferdeteich befindet sich die „Madonna im Lindenzaun“, eine barocke Marienfigur aus dem Jahr 1752. Geschaffen wurde sie vom Duderstädter Bildhauer Johann Bernhard Kopp. Bei unserem Besuch im April 2026 standen wir allerdings vor einem leeren Sockel. Die Madonna war zu diesem Zeitpunkt zur Restaurierung abgebaut worden. Nach ihrer Restaurierung soll sie wieder an ihren angestammten Platz zurückkehren.

Dann sahen wir den Westerturm, eingerahmt von Fachwerkhäusern. Der markante Turm ist eines der Wahrzeichen Duderstadts und vor allem wegen seines auffällig gedrehten Turmhelms unverwechselbar. Der heutige Westerturm von 1424 ist der einzige erhaltene Stadttorturm der mittelalterlichen Befestigung.



Im Bereich des Westerturms begegnet uns erneut die lange Tradition des Duderstädter Schützenwesens, im Schützenmuseum. Die Ausstellung zur Geschichte der Schützengesellschaft ist heute Bestandteil der Erlebnisstation im Westerturm-Ensemble. Hier geht es nicht nur um historische Waffen oder das Schießen, sondern um die Rolle der Bürger bei der Verteidigung ihrer Stadt. Moderne und interaktive Elemente vermitteln, wie das mittelalterliche Befestigungssystem funktionierte und welche Aufgaben die Schützen übernahmen.

Dann haben wir noch ein liebevoll gestaltetes Fachwerkportal aus dem Jahr 1707 entdeckt, welches unbedingt auf ein Foto musste. Es ist eines der vielen historischen Details, die es bei einem Spaziergang durch Duderstadt zu entdecken gibt.

Das kleine Georgstürmchen ist Teil der historischen Stadtbefestigung. Zusammen mit dem erhaltenen Abschnitt der Stadtmauer und dem rekonstruierten Wehrgang, vermittelt es einen Eindruck von der mittelalterlichen Befestigungsanlage Duderstadts. Hier befindet sich auch der Pulverturm. Der halbrunde Schützenturm wurde um 1470 errichtet und diente der Verteidigung des Mauerknicks. Von seiner Plattform bietet sich ein schöner Blick entlang der Stadtmauer bis zum Westerturm.



Zum Abschluss unseres Rundgangs kamen wir noch am Duderstädter Informationshäuschen vorbei. Solche kleinen Stationen sind vielleicht keine Sehenswürdigkeit im klassischen Sinn, können bei einer Stadterkundung aber durchaus hilfreich sein. Hier lassen sich zusätzliche Informationen zur Stadt, ihrer Geschichte und einzelnen Sehenswürdigkeiten finden.

Unser Fazit zu Duderstadt
Duderstadt hat uns vor allem durch die Mischung aus Fachwerk, mittelalterlicher Stadtgeschichte und überraschend vielen kleinen Details gefallen. Besonders schön ist, dass sich die Altstadt hervorragend zu Fuß erkunden lässt. So konnten wir mit Emma einfach durch die Straßen und Gassen schlendern und kamen dabei automatisch an vielen unserer Stationen vorbei. Unsere Runde war nur ca. 3km lang, aber schön.

Gleichzeitig erzählt Duderstadt nicht nur von Mittelalter, Fachwerk und prächtigen Kirchen. Die Denkmäler zur deutschen Teilung, zum Nationalsozialismus und zu den Kriegen zeigen auch die ernsteren Seiten der Stadtgeschichte. Genau diese Mischung machte unseren Rundgang abwechslungsreich. Für einen Städtetrip mit Hund können wir Duderstadt deshalb auf jeden Fall empfehlen. Bis zum nächsten Abenteuer, eure Emma.

🐾 Weiterführende Links & Quellen
Weitere Informationen, offizielle Webseiten und die für diesen Beitrag verwendeten Quellen haben wir für euch auf unserer separaten Link- und Quellenseite zusammengestellt: Duderstadt – Quellen & Links
🐾 Hat dir dieser Beitrag gefallen?
Wenn du Emma dabei unterstützen möchtest, noch viele weitere hundefreundliche Orte zu entdecken und kostenlose Rezepte und Ausflugstipps zu veröffentlichen, kannst du unsere Abenteuer mit einer freiwilligen Spende unterstützen.

Schreibe einen Kommentar